Lyrisches von Helmut Maier

Kategorie: Allgemein (Seite 95 von 96)

Gegen Stuttgart 21

Bei der gestrigen Kundgebung gegen Stuttgart 21 auf dem Marktplatz in Stuttgart, bei der es auch um ein Bürgerbegehren gegen die Entscheidung des Stuttgarter Gemeinderats für das Projekt ging, den Hauptbahnhof unter der Erde verschwinden zu lassen (Tieferlegung des Bahnhofs) und einen Teil des als Kulturdenkmal geschützten Baus von Paul Bonatz abzureißen, auf einem Transparent gelesen:

Rathaus 21

Für eine Tieferlegung des Rathauses
– zur Angleichung des Niveaus.

Selten war ich mit einem Medium so einverstanden wie mit diesem Transparent, obwohl ich selber (wenn auch in einer viel kleineren Gemeinde) einmal Gemeinderat war.

Mehr Informationen zu „Stuttgart 21“ findet man hier.

Störung behoben

Es tut mir leid: Zeitweise gab es – was die Sidebar angeht, die nicht mehr zu sehen war – eine mir nicht ganz erklärliche Störung. Dank dem Rat von Petros (siehe Kommentar) ist sie jetzt behoben. Vielen Dank, Petros.

Zur Doublette Zeichnung von Herzog Christoph und Text ”˜Innehalten´

Etwa 2 Stunden nach Entstehung der Doublette Zeichnung von Herzog Christoph und Text ”˜Innehalten´ trug sich ein Ereignis zu, das in bemerkenswerter Weise zu der Metapher ‚digitaler Alltag´ passt:

Mein Freund Anton Bantock, meine Frau und ich standen unweit der Stiftskirche. Anton war damit beschäftigt, den Stiftskirchenturm zu zeichnen. Im Strom der Passanten blieb plötzlich ein stämmiger Mensch stehen, machte mit seiner riesigen Kamera ein Foto vom zeichnenden Anton Bantock, sah dann wohl, dass meine Frau und ich zu dem unbekannten Zeichner gehörten, weil wir ja auch stehenderweise eher ein Hindernis des fließenden Passantenstroms darstellten.

Er trat dann auf uns zu und fragte uns in einem Ton, der das Erstaunen über die Situation mehr als deutlich ausdrückte, ob der Zeichner ein Bekannter von uns sei. Auf die bejahende Antwort hin kam er dann auf sein eigentliches Anliegen zu sprechen mit der Frage: “Kann sich der arme Mann keine Kamera leisten? Mit der ginge das doch viel schneller.”

Wegwarte

Petros hat das Wegwartenfoto zu meinem Gedicht Wegwartengunst geschickt – mit folgenden Worten:

Hallo Helmut,

das Foto habe ich auf Kreta gemacht… ich hatte es für meinen Kommentar aufbereitet und es hat jetzt nur ein Format von 300 x 300 px. Aber du kannst es dir ja mal ansehen.
Die Wegwarte wächst dort in jedem Straßengraben… manchmal sieht es auch aus wie ein Kornblumenrain.

LG
Petros

Nachwuchs

Meinem erst vierjährigen Enkel hatte ich das bekannte Lied „1,2,3,4,5,6,sieben/in der Schule wird geschrieben/in der Schule wird gelacht“ nicht mit dem üblichen Schluss „bis der Lehrer pitsch, patsch macht“ bekanntgemacht, sondern meinen Schluss angefügt: „weil das so viel Freude macht“.

Man muss wissen, dass der kleine Kerl schon als Zweijähriger ein Riesen-Interesse an Buchstaben hatte. Und auch Zahlen hatten und haben ihn fasziniert. Und nun macht ihm Schreiben und Lesen einen gewaltigen Spaß.
Nun hat er gestern wieder mal etwas gesungen, ja, das tut er auch gern. Und ich hörte:

1,2,3,4,5,6,sieben;
acht, neun, zehn, das wird geschrieben.

Auf mein Erstaunen hin erzählte er mir, das habe er erfunden!

Leumond

Pünktlich zum 1. August kam das Online-Magazin für Kurztexte Leumond als Neuanfang-Ausgabe nach längerer Pause wieder ins Netz und soll monatlich weiter erscheinen.

Mein Gedicht Auf lange bildet in dieser August-Ausgabe den Auftakt der Beiträge. Sie finden es in Leumond hier: https://www.leumond.de/?beitrag=184

Sternennacht

Der Fotoapparat, auf dessen Chip dieses Foto gespeichert war, hat sich wieder finden lassen. So kann ich das Bild jetzt präsentieren. Und hier noch einmal das dazugehörige Gedicht

Wo die Liebe hinfällt

Sage mir keines von Euch:

Ein ästhetisch gesinnter Mensch

frisst nicht.

*

Ich nämlich habe einen Narren gefressen

an den Nachtkerzen

in unserem Gärtchen.

*

Nicht dass mich die schlaff

herabhängenden,

ausgelutscht aussehenden

verblühten hautfarbenen Dinger da,

die vor nicht viel mehr als einem Tag

Blütensterne noch waren,

noch irgendwie anmachten.

*

Nicht dass der sonnigste Platz in unserem

Rasen – nein: so kann man ihn allerdings

wirklich nicht nennen ”“

anderen Blumenrabatten nicht auch gut bekäme

und der Lavendelstrauch nebenan

nicht in unglücklicher Ausweichbewegung

seiner seitlich abgespreizten Blütenstängel

die Steinplatten-Tritte des Wegs

zum schattigen Birkenplätzchen

versperrte.

*

Doch diese Sterne, die bei Einbruch jeder Nacht

gelb zu strahlen beginnen, zu leuchten, zu jubilieren

und noch in den nächsten Tag hinein sich bewahren

dem liebenden Blick, dem verzückten ”“

*

wie sollte ich ihnen da wehren,

ihre Kolonie zu behaupten,

die sie einmal erobert?

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