Lyrisches von Helmut Maier

Kategorie: Allgemein (Seite 79 von 96)

Wie geschmiert

Einen Zusammenhang
zwischen einer Millionenspende
von einer Hotelkette
an die FDP
und der Entlastung der Hoteliers
durch das Wachstums-
Beschleunigungs-
Gesetz
gibt es ……..
(hier ist das Original
der Notiz
leider
ver-schmiert
und
unleserlich)

Vergleiche den Limerick von Petros „Von Guido, den Steuern und Spenden“: https://blogpoesie.com/?p=3111

und auch den Beitrag „Hildegard Hamm-Brücher zur Klientelpolitik der FDP. Wird Deutschland bekommen, was es verdient hat?“ bei Gedankenpflug.

Aphorismus 3/10

Wo der Staat als fragil, aber auch wo er aggressiv oder gar repressiv erlebt wird, wuchert der Fundamentalismus besonders gut.

Vgl. Mark Juergensmeyer: „Die Globalisierung religiöser Gewalt. Von christlichen Milizen bis al-Qaida“

Generiertes Gedicht I

Die Gabe an den Zufall

Wähler.
Ja unverantwortliches Ding du!
Zufall, mein langweiliger Vetter.
Im Flur in einsamer Nacht!
Wählend – du mußt es heulen!
Oh dümmliches Glück!
Wähler du.
Beschmiert ach so lang.
Zufall zwischen Erleben und Rasieren.
Wähler heute so irritiert.

Zeitenwende

In einer Vorschau der tazzwei auf Seite 13 der taz vom Montag, dem 28. Dezember 2009 heißt es:
In der Nacht zum Freitag beginnt ein neues Jahrzehnt.“

T u t  es das?

Schon beim Beginn des dritten Millenniums unserer Zeitrechnung war der Streit groß, ob dies am 1.1.2000 oder erst am 1.1.2001 anfange. Mathematisch gesehen war nach dem fiktiven Geburtstermin Jesu ein Jahr vergangen (das Jahr 1 nach Chr.), als das Jahr 2 begann. Entsprechend waren zwei Jahrtausende erst vergangen, als das zweitausendste Jahr um war, also um Mitternacht am 31.12.2000. Aber die Faszination der drei Nullen bei 2000 ließ die Menschen allerorten den Jahreswechsel 1999/2000 als Beginn des dritten Millenniums feiern. Entsprechend wären jetzt seit diesem Zeitpunkt 10 Jahre vergangen und ein neues Jahrzehnt stünde vor der Tür.

Aber wann beginnt ein Jahr?
Beginnt es, wenn eine neue Jahreszahl geschrieben wird?
Fängt es da an, wo die Tage wieder länger zu werden beginnen nach der Wintersonnwende?
Warum gilt uns nicht der Beginn des Kirchenjahres als der Aufbruch in eine neue Einheit, nach der wir uns richten?
Und wäre es nicht sinnvoll, uns jede Sekunde als den Beginn eines neu vor uns liegenden Jahres bewusst zu machen ”“ so wie wir das mit dem Geburtstag als dem Beginn eines neuen Lebensjahres tun?

Feiern wir also Neujahr als  d e n  einzig gültigen Beginn eines neuen Jahres und dieses Mal auch (fälschlicherweise?) als den Beginn eines neuen Jahrzehnts?

Zu diesem Fragenkomplex habe ich das folgende Gedicht geschrieben:

Zeitenwende

Einstieg, Übergang, Fortgang.
Beschwer. Unsicher. Hoffnung.
Wiederholung oder Neubeginn?
Die selben Herzschläge wie immer.
Göttin sei Dank!
Das Blut läuft durch die Adern.
Gliedmaßen ordnen ihre Bewegungen
den Möglichkeiten unter.
Werden innere Gesichte
von Wandlung?
Aufbruch,
wo der Verband
zusammenhalten sollte?
Die glücklichen Schritte des Kleinkinds:
Näher komm ich dem Ziel
aus eigener Kraft.
Tänzelnde Zuversicht:
Enttäuschung
ist nur ein Verschieben
von Möglichkeiten.
Der Opa macht Hoppereiter
und die Vertrautheit,
sie wächst.
Und das Neue wächst.
Und das Alte wächst.
Und die Zusammenhänge
ordnen sich.
Und es gibt mehr Gelegenheiten
als die ergriffenen.
Die meisten liegen dahinten.
Nimmer ergeben sie sich
auf die gleiche Weise.
Aber was tut das
zur Sache?
Greif zu!

Nun habe ich also meinen ersten Beitrag nach der BLOGPAUSE schon  v o r  Neujahr im Blog  eingesetzt und beginne damit gewissermaßen mein neues Blogjahr 🙂 . Dafür ist der nächste Beitrag (und der erste im neuen Kalenderjahr 😉 ) vermutlich (!) erst am 3. oder 4. Januar zu erwarten.

Blogpause

Ich mache Pause mit der Bloggerei – wenigstens, was eigene Beiträge auf meinem Blog angeht – bis zum Anfang des neuen Kalenderjahres.

Möge Euch die Sonne jeden Tag ein wenig mehr erfreuen.

Helmut

Man braucht Sicherheit

„Man braucht, um was zu schaffen, Sicherheit.“

Es war die Überzeugung vieler in der DDR, dass es sich um einen Staat handele, der angetreten ist, diese Sicherheit zu schaffen, damit jede Person in dieser Gesellschaft ihren Kräften gemäß zum Wohl des Ganzen mitwirken soll und mitwirken können soll.
Diese Überzeugung spricht Kurt Demmler mit diesem Satz in seinem Gedicht „Man braucht Sicherheit“ an, wobei ich nicht weiß, ob man auch sagen könne, er spricht sie (als seine eigene) aus.

Auf Kurt Demmler bin ich durch Matthias Pleye auf seinem Blog „Gedankenpflug“ gestoßen. Dort veröffentlicht er regelmäßig Aphorismen, aber auch ihn interessierende Informationen,
zum Beispiel (und das besonders) über Berlin.

Am 9. Dezember gibt es unter dem Titel „Berlin in EINEM Wort, die Ehrung ”“ Platz 13 (3): Fernsehturm (Alexanderplatz)“ unter anderem einen Link zu You Tube und dem Titel „Alex Demo 4.Nov. 1989“, also einem Video zur Ostberliner Demonstration vom 4. November 1989 – kurz vor der Maueröffnung! Da spricht (in diesem Ausschnitt) vor allem Markus Wolf, aber davor noch Kurt Demmler. Sein Text ist eben das Gedicht „Man braucht Sicherheit“.

Wenn man sich klarmacht, dass diese Demonstration Teil der friedlichen Revolution von 1989 in der DDR war, aber noch beileibe nicht definitiv an ihr Ziel gekommen war, dann wird deutlich, warum Demmler sein Wortspiel mit der „Sicherheit“ gebraucht, um seine Botschaft deutlich zu machen. Er schließt sein Gedicht deshalb (wenn ich die Interpunktion vom Hören her richtig zuordne) mit dem Satz

„Zur Persönlichkeit braucht’s Sicherheit auch vor der Sicherheit (und als „die“ Sicherheit war der Staatssicherheitsdienst „Stasi“ bekannt).

Dass Demmler nachher – nach der Revolution – eher zu den Gescheiterten gehört, kann man bei Wikipedia nachlesen.

ergänzt am 19.12.

Ein gehörter Text – worüber?

Manchmal ist es zum Verständnis eines literarischen Textes, besonders eines lyrischen, sehr hilfreich, wenn die entsprechende historische Situation bekannt ist, in der die Entstehung des Textes liegt.
Ich will hier ein Beispiel beitragen, das ich von einem Blogpartner als Tipp bekommen habe. Von ihm habe ich den Link zu einem visuellen Beitrag. Hier will ich mich – zunächst – auf einen Audio-Beitrag beschränken. Wer der Blogpartner ist, werde ich später verraten und damit dann auch den Link zu der anderen Quelle.

Also: erst mal sich den Text anhören:
Audio-Datei hier

Entsprechenden Recherchen steht natürlich jede Internet- oder sonstige Recherche offen. (Es handelt sich bei dem Autor übrigens um eine recht umstrittene Persönlichkeit, was nicht unbedingt etwas mit dem Text zu tun haben muss.)

Kopenhagerick

Ein saudiarabischer Wicht
Bei dem Klimatreffen gleich spricht
(denn sein Öl will er sicher verkaufen;
deswegen kommt er ja gelaufen):
„Den Klimawandel gibt´s nicht!“

Auflösung

Es ist der Mikulas kein and´rer
als ein männlich”˜ Abbild nur
der Percht oder Frau Holle,
der Göttin der Mittwinterzeit,
die hinter sich gelassen
den Tod, das Elend, lauter Missgestalt
und Freude, Jauchzen, Wohlfahrt, Leben
ankündigt, proklamiert und zeigt.

Er ist der Mikulas, der mehr mich ja gewahrt
an Michael als an den Nikolaus,
den er verkörpert.
Ich weiß, da ist der heil´ge Martin noch,
der spendende. Pelzmärte heißt er auch
und kommt schon manchmal
vor dem Weihnachtsfest
oder ist der, den man den Weihnachtsmann dann nennt.

Die Barbara mit ihrem Zweig,
dem Hoffnung machenden,
die Lucia, die Licht verkündet,
sie sind noch vor den Männern
Vertreterinnen von der Percht,
von deren Namen am Ende nichts mehr bleibt
als dann des Niklas”˜ Knecht,
der Ruprecht, der noch nebenher
das Elend präsentiert, dem dann
der Nikolaus mit holder Stimme
widerspricht. Und der ist eben auch
heute in Tschechien
der Mikulas, begleitet von dem Engel und dem Teufel.

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