Lyrisches von Helmut Maier

Kategorie: Allgemein (Seite 78 von 97)

Legitimation

Geht auf die Straße?
Solange die Mehrheit nicht zugibt,
dass sie falsch gewählt hat,
solange die Mehrheit
der heutigen Opposition
nicht zugibt,
dass sie früher die Wähler
durch ihre falsche Politik
dazu getrieben hat
falsch zu wählen,
können zu wenige
mit vollem moralischem Recht
auf die Straße gehen,
als dass sich was
änderte.

Kommentargedicht zu dem von Petros HIER angepriesenen Kabarettbeitrag

Hedwig Dohm

„Weil die Frauen Kinder gebären, darum sollen sie keine politischen
Rechte haben. Ich behaupte: weil die Männer keine Kinder gebären,
darum sollen sie keine politischen Rechte haben und ich finde die eine
Behauptung mindestens ebenso tiefsinnig wie die andere.“

Dieser Aphorismus wurde formuliert von Hedwig Dohm (1831-1919)

Er ist so logisch wie ironisch und ich freue mich, auf einen Film über Hedwig Dohm,
eine Biographie über sie und eine Ausstellung, die noch diesen Monat in Hagen beginnt, hinweisen zu können:

Der Film der FernUniversität in Hagen ist HIER zu finden.

Über die Ausstellung über Hedwig Dohm, ihr Werk und ihre Wirkung – ebenfalls von der FernUniversität Hagen organisiert (11.März bis 22. April) ist HIER MEHR zu erfahren.

Auf einer Hedwig Dohm Website ist auch eine BIOGRAPHIE zu lesen.

Zeit

Ich falle nicht
in die Falle der Zeit,
die im Orkus verschwindet.
Hüüt halt‘ ich’s mit der Ziit,
die mich nach vorwärts zieht.

Vorfreude

Ich freue mich schon
Auf die Nachkriegszeit.
Ich hör jeden Ton
Zu klingen bereit
Wie die Musik
In den zwanziger Jahren;
Ich träum mich zurück.
Es gilt zu bewahren
Den Willen zum Aufbruch
Und hin zum Gelingen,
Was das Geschichtsbuch
Nicht konnte bringen
In den dreißiger Jahren.
Ach könnt man die Unschuld
Doch endlich bewahren.
Endlich mal Unschuld!

Und dann nach dem Weltkrieg,
Dem zweiten, dem schlimmen,
Wollt statt dem Sieg
Man endlich bestimmen,
Nicht mehr zu marschieren,
So Vorbild zu sein.
Nicht lange genieren
Wollt man sich. Wirklich zum Schrein:
Fürs eigene Rechthaben
So sich zu ducken,
Gemeinsam am Graben
Zu bosseln, zu mucken
Gegen die Bösen,
Die man so benannte
Und abzulehnen
Alles Unbekannte,
Das bleibt heut”˜ noch denen,
Die sich wirklich nicht schämen.

Und trotzdem freue
Ich wirklich mich schon
Auf eine Nachkriegszeit
Ganz ohne Reue
Mit ganz neuem Ton.
Ich wäre bereit.

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026 Maier-Lyrik

Theme von Anders Norén — Hoch ↑