So dicht schienen die Nebelbänke zu sein
Auf der Fahrt nach Rocamadour
tauchten wir ein in den Nebel
Würde der nun alles verdecken
Würde alles verschwinden im grauen Schleier
Aber nein!
.
Es war wie ein Freiraum rings um den Bus
Erst nach 3 bis 8 Metern sah man wieder
den dichten grauen Nebel so undurchdringlich liegen
zwischen den Bäumen rechts und links
Alles innerhalb des Umkreises um den Bus
war so deutlich zu sehen wie sonst
.
Der Weg zur schwarzen Madonna
führte zur nächsten Nebelwand
Wieder das gleiche unheimliche Bild
Wieder der dichte Nebel und
der lichte Freiraum um den Bus
Nahmen wir das wahr als ein Wunder
oder war das die Normalität in diesem Tal
oder so überall in der Gegend
durch die wir Rocamadour uns näherten
.
Und in Rocamadour lösten die Nebel sich dann
schließlich ganz auf
Über die freien Ebenen mit abgeernteten
Äckern und Feldern und auch mit Wiesen
über Klingen und Höhen des Schurwalds hinweg
geht der Blick auf die lange Kette
der Schwäbischen Alb hin
die wie in der Zukunft zu liegen scheint
und bleibt dort gebannt hängen:
so klar ist sie heute
Ein Tag im frühen Herbst
im gleißenden Sonnenlicht
Nach einem viel zu heißen Sommer
Ich glaube,
dass ich eine längere
recreation-Phase
brauche.
*
Ich melde mich
(sehr wahrscheinlich)
danach wieder!
*
Bis dann!*
Helmut Maier
Tag der …..
Ach welcher Tag von dem es so viele gibt!
Ich glaube ich vergesse die meisten
Aber eine Demo in Berlin und in Stuttgart
gegen den Rüstungswahnsinn
da muss ich hin!
Da lohnt es sich auf jeden Fall!
S’ist ein Sommertraum von Herbsttag
Auch wenn der zu trocken und heiß ist
Aber s’ist der wunderbarste Tag im Herbst
*
Er wärmt und wärmt mich noch immer
Und die Sonne strahlt vom blauen Himmel
Diese Welt kann ja so schön sein
Ich glaube dieses gilt wohl immer
Nur braucht es die Augen um es zu sehen
*
Aber was machen die Menschen
Krieg wo immer möglich und Gewalt
Heute sind Tag und Nacht gleich lang
Das geschieht ja nur zweimal im Jahr
Im Frühjahr und im Herbst – gänzlich verschieden
S’ist eine besondere Zeit
nicht nur auf dem Schurwald glaube ich
S’ist wohl Hagebuttenzeit in diesem Jahr
und auf dem Tisch stehn kleine Vasen
mit Hagebutten in Trauben drin
Wir gehen dorthin.
Wir erfahren so viel Mut.
Mehr Mut zum Frieden.
Vergangene Zeiten
Zeiten der Begeisterung.
Zeiten der Trauer,
ach, wie groß!
Zeiten der Nachwirkung.
Und Zeit, in der die Welt
stillzustehen scheint.
Dann wieder Zeiten der Hoffnung,
der Zuversicht.
Ära der Bewunderung,
aber auch der Enttäuschung.
Dann wieder Scherze
und Späße.
Und depressive Stimmungen.
Ach, was noch mehr?
Zeiten, Zeiten,
vergehende Zeiten,
vergangene Zeiten!
.
Was mir so alles einfällt, wenn ich an vergangene Zeiten denke: Da ist z.B. die Rede von Charles de Gaulle vor 60 Jahren in Ludwigsburg, wo ich als Student zu diesem Jugendereignis von der Pädagogischen Hochschule Stuttgart eine Einlasskarte bekam, um dem großen Mann zuhören zu können und das erste Mal das Gefühl hatte, das mit Europa könnte etwas werden.
Dann erinnere ich mich an 1965, als ich extra von Wernau nach Stuttgart gefahren bin, um die Königin Elizabeth II. bei ihrem Staatsbesuch in Baden-Württemberg auf dem Balkon des Stuttgarter Neuen Schlosses stehen zu sehen und zum Volk von Stuttgart zu reden. Oder sagte sie gar nichts? Ich weiß es nicht mehr, aber der Eindruck war enorm, obwohl ich ganz und gar „Republikaner“ (im besten Sinne) war. So viel zum Todestag der Königin dieses Jahr am 8. Mai 2022.
Die Saga ging damals um, dass Elizabeth eigentlich nicht die Schillerstadt Marbach, sondern das Gestüt Marbach auf der Schwäbischen Alb besuchen wollte, da sie es ja mehr mit Pferden als mit württembergischen Dichtern hatte. Deshalb fiel es ihr schwer, ihre Enttäuschung in der Schillerstadt zu verbergen.
Nun also ist doch noch ihr Sohn als König Charles III. In dieses Amt gekommen. Mein englischer Freund Anton Bantock, Enkel des Komponisten Sir Graham Bantock, hat damals, als der 20jährige Prinz Charles 1969 auf Caernarfon Castle in Wales von seiner Mutter zum „Prinz of Wales“ ernannt wurde und er eine Rede auf Welsh halten musste, gesagt, sein Welsh sei nicht so gut gewesen wie mein Brief in Welsh an den Ladenbesitzer in Harlech gewesen sei. Das war natürlich ein Scherz! Aber dass er jünger ist als ich, war mir bis heute gar nicht so klar.
Und da ist natürlich der 23. Juli 1971, als meine Frau mich zum Manne nahm und Anton Bantock und Hannas Schwester Grete Trauzeugen waren, und der 30. Juli, an dem wir den kirchlichen Segen dazu bekamen und da waren die vielen Reisen, die wir zusammen erlebt haben. Die bisher letzte war, dass meine Frau und ich, auf unserer Urlaubsreise dieses Jahr, einen gemeinsamen Besuch in Montagnola im Museum und im Dorf machten, das an Hermann Hesse erinnerte, den Nobelpreisträger in der Nachkriegszeit des Zweiten Weltkrieges.
Und da waren die Kinderjahre im Zweiten Weltkrieg. Der Vater war „im Krieg“, war Soldat. Erinnerungen an den Krieg nur sehr bruchstückhaft. Aber viele Jahre später in einem Museum in Reutlingen späte Erkenntnis: die verriegelbare Tür im Keller des Gebäudes: wie die bei uns in Degerloch: dahinter der Keller als Unterschlupf beim Bombenfall! Mein festgehaltener Kommentar mit etwa 2 1/2 Jahren: „Holla“ beim Bomben-Einschlag drei Häuser weiter. Evakuierung im Schwarzwald mit meiner tapferen Mutter. Besuche bei meinem Vater ”“ auch in Konstanz. Er ließ mir die Locken abschneiden. Heimkehr nach Degerloch. Der Opa rettete das Haus, warf Brandbomben auf die Straße. Die Grundschule in Degerloch. Heimkehr des Vaters aus Kriegsgefangenschaft. Er brachte mich merkwürdigerweise aufs Eberhard-Ludwigs-Gymnasium. Am Anfang dieser Zeit musste ich von Degerloch mit der Bahn an den Schlossplatz fahren und dort umsteigen. Dabei hörte ich irgendwie, dass das Land Baden-Württemberg durch die Bildung der ersten Regierung unter Reinhold Maier mit der FDP/DVP und der SPD gegründet war.
Ich machte schließlich das Abitur. Dann wollte ich Volksschullehrer werden, besuchte das Pädagogische Institut, das dann Pädagogische Hochschule wurde.
Ach, da waren auch noch Kennedy’s Ermordung, da war die Mauer, deren Errichtung ich bei einem Industriepraktikum erlebte, da war Gorbatschow, der Fall der Mauer wieder, die deutsche Einheit, usw. usw.
Zeiten, Zeiten, vergangene Zeiten.