Was alles trägt ein Jahr
auf schwachem Stängel
und welche Hoffnungsvielfalt
hält er der Sonne hin!
Er schwankt und doch
fürchtet er nicht
das Beben, das die Erdrinde durchzieht.
Er weiß, es kommt die Sense;
es kommt die Zeit,
wo alles abgelagert,
was er getragen und
fällt dann doch auf
fruchtbaren Mutterboden.
Die Blüten logen nicht
in ihrer selbstverliebten Schönheit.
Sie bringen irgendwann
auch Frucht und laben
unsre Sehnsucht
nach dem Leben
ganz.
Hier ist Brunis (https://www.wortbehagen.de/index.php) Begleittext (sehr lesenswert!):
Berechtigte Hoffnung
ja, sie ist sehr berechtigt,
sehen wir doch Jahr für Jahr
wie sie Früchte trägt
wie sie anfangs mutvoll
zu treiben beginnt
und nach und nach das
Erdreich durchdringt
kräftiger wird und
wohl genährt durch unsere
erdene Mutter letzt-
endlich freudevoll
zum Ernten taugt.
Ein Jahreslauf, in dem sie
auch schon wieder zum Ende hin
strebt, um nach dem wohlverdienten
Ruhen dann zur geeigneten
Zeit voller Geduld kraftvoll
(fast eintönig, wie eine immer
gleichklingende Melodie)
(wozu brauchen wir auch andere Töne)
von vorn zu beginnen.
