Die Jungen sind jetzt ausgeflogen.
Der Rosenbusch wird endlich nun beschnitten.
Jetzt stört”˜s die Alten nicht. So wird´s gepflogen.
Und neuen Rosenkindern wird inmitten
des wuchernden Gebüschs wie vorher jenen Amselküken
der Wachsimpuls gegeben, den sie brauchen.
Und ihnen soll der Freiraum auch genügen,
derweil die jungen Amseln nun von Zweig zu Zweig der Bäume krauchen
und immer noch die Schnäbel sperren,
damit die Alten sie noch füttern.
Meine Herren!
Dass die die Jungen auch an solchen fremden Orten wittern!
Ich staune, fange an, es zu begreifen,
wie Pläne der Natur fast wie von selber und alleine reifen.
Schlagwort: Neue Maier-Lyrik (Seite 78 von 165)
Sich v´rzeehla
odder ebbas v´rzeehla;
nemme wissa weella,
ich´s so odder so;
mit manche Wehwehla
sich halt no
romschlaga miassa,
ogaddige Leit”˜ au griassa:
So isch´s halt mit d´r Zeit.
Na isch´s nemme weit
zom Schluss.
So an Schduss!
Von Autobauern
erwartet man nicht,
dass sie biologisch
Autos anbauen,
sondern dass sie
mehr für das Klima tun.
Sie sind ja keine
Autobauern,
sondern Autobauer.
Die Zukunft, sagt man so,
lässt sich im Voraus nicht
so sicher wissen wie ,
was schon vergangen ist.
Die Zukunft lässt sich nicht
so einfach sagen.
Doch wer schrieb wohl
Geschichte, wie wir sie
aus Büchern kennen? Schrieben
wir sie selber oder wird sie uns
serviert von Medien (oder nicht),
wie sie von Mächtigen ersonnen?
Und wissen wir nicht besser,
als alle Journalisten von den
Tagen vorher wissen,
was morgen kommt
in unsrem kleinen Leben?
Wer hat den Überblick,
wer kann die Pläne besser
abschätzen, ob sie gelten
oder nicht, als wir?
Wir kennen unsren Trott
doch so genau, wir wissen,
wie wir halt uns einzustellen
haben auf jedes Morgen.
Gewiss, wir können Pläne ändern.
Und Pläne ändern sich von selbst.
Wir wissen dann: Wir sind so frei,
uns den Gegebenheiten anzupassen.
Wir wussten ganz bestimmt,
Italien werde uns
im Urlaub sehen.
Das Wetter brachte uns dazu,
uns lieber Frankreich auszusuchen.
Auch können wir aus der Geschichte
lernen, wie wir besser uns verhielten,
so dass die Zukunft leichter einzuschätzen
und zu bestimmen sei durch unser Wissen.
Doch wissen wir das Eig´ne nur
und nicht die objektive
Geschichte, die´s ja gar nicht gibt,
und auch die fremde Zukunft nicht,
auch wenn sie uns betrifft.
Nun muss ich zudem noch gestehen:
Oft will ich gar nicht wissen,
was auf mich zukommt, will
verschieben dieses Wissen,
das mich betrüben könnte,
mach die Augen zu, stecke
halt in den Sand den Kopf.
Zum Ende scheint mir,
hängt das Wissen
um Zukunft und Vergangenheit
nur davon ab, was uns
betrüben könnte, uns
die ganz Privaten und
die Mächtigen ganz gleichermaßen:
Das Wissen um Vergangenheit
und Zukunft ist nur davon bestimmt,
ob wir es wollen oder nicht;
und weil wir das nicht eingestehen
uns selber und den andern,
kennen wir Zukunft und Vergangenheit
beide nicht wirklich. Schade?
Er geistert mir durch die Sinne:
der Brasilianer, wie er sagt:
„Wir tanzen Samba
und der Ball rollt“
und er legt für Millionen
seiner Landsleute
in die Wunde den Finger.
Aber gilt der Satz
nicht auch für uns
als Metapher?
Bloß erreicht er nicht
unser alltägliches
Bewusstsein?

Rosenstockmelodie. Dazu
Gehört auch das Summen der Hummel.
Sphärenklang: Eintauchen in die Blütenpracht.
*ein Achtundzwanziger
In der Arztpraxis
an der Wartezimmerwand
weit im Binnenland:
die weite Wasserfläche
mit zwei Schiffen im Hafen.
Schwarz auf Weiß das Band
um den neuen Sonnenhut.
Noch ist er ganz rein.
Bürgerrechte überbordend,
schon ihre Verteidigung störe,
in Stuttgart, in Frankfurt, auf dem Taksim-Platz.
*ein Achtundzwanziger
Ich verstehe die Sprache nicht
(hier im Süden Frankreichs) der Tauben.
Ist´s Gegurre? Ist´s blanke Rivalität?
*ein Achtundzwanziger