Ist es nun wieder an der Zeit
vielleicht doch in den Mund zu nehmen
furchtsam die Worte Ghetto und Apartheid?
*ein Achtundzwanziger (https://www.maierlyrik.de/blog/der-dreizeiler-mit-dem-namen-achtundzwanziger/)
Lyrisches von Helmut Maier
Ist es nun wieder an der Zeit
vielleicht doch in den Mund zu nehmen
furchtsam die Worte Ghetto und Apartheid?
*ein Achtundzwanziger (https://www.maierlyrik.de/blog/der-dreizeiler-mit-dem-namen-achtundzwanziger/)
Hebron I
Hebron, oh Hebron,
dein Schrei verhallt in der Nacht.
Wann kommt ein Morgen?
Fragen*
Aus welcher Quelle trinkt ihr denn?
Aus welchem Osten kommt Euch das Licht?
Von dort, wo Sicherheit erzwingen ihr könnt?
*ein Achtundzwanziger
Schließlich
Die Sonne steht tief,
trifft den Kristall im Fenster.
Bunt sprüht er Farben.

WAS SUCHT IHR? GLÜCK?
Habe Sucht.
Habe Habesucht.
Habe Geldsucht.
Habe nämlich Geltungssucht.
Machtsucht macht das.
Mitmacher machen
Suchtverhalten besser
möglich.
Möglich scheint
das Unmögliche.
Alles Unmögliche
wird denkbar
und macht besoffen
an der Denk-Bar,
der schizophrenen.
Sperrstunde
wäre der einzige
Ausweg.
I. Das echte Leben
Oft ist es wirklich kein Sich-laben,
wenn ich das echte Leben muss erleben.
Zwar kann es mich in höh´re Sphären heben.
Doch sind es häufig bitt´re Gaben.
Freiwillig auch noch setz”˜ ich mich dem aus,
politisch muss es sein, was mich ergötzt.
Das Bitt´re drin stört mich zuletzt.
Gar Süßes an Genuss ziehe ich oft daraus.
Das liegt daran, dass unsre Welt nicht immer
So ist, wie wir sie wünschen wollen.
Auch wenn ich schöpfen könnte aus dem Vollen,
sieht´s manchmal aus, als würd es immer schlimmer.
Doch wär es schlimmer noch, könnt”˜ ich nichts tun,
um Ungerechtigkeit versuchen zu verhindern.
Ich bin es meinen Enkeln schuldig, nicht nur meinen Kindern.
Ohne ein Engagement könnt”˜ ich doch nimmer ruh´n.
II. Nachhall-tig
Was ich erlebe,
ist Nachhall-tig.
Ich krieg es nicht
mehr aus dem Ohr,
ich Tor.
Ein Hall aus fremder Welt
erfüllt die Sphären
und tönt und tönt
so schrillen Schreis,
will nicht verhallen,
halt ich die Ohren
mir auch zu.
Er lässt mich nimmer los,
bis ich auch schreie.
Oft ist es besser Abstand haben
Und sich am echten Leben laben.
Dann hat vielleicht das Känguru
Seine verdiente Kängu-Ruh.
Ausatmen,
einatmen,
ausmerzen,
einmerzen,
aussehen,
einsehen,
ausgehen,
eingehen,
ausstehen,
einstehen.
Zurücksehen,
vorsehen,
zurückgehen,
vorgehen,
zurückstehen,
vorstehen,
zurückbringen,
vorbringen
zurückmerzen,
vormerzen.,
Kummer in der Welt,
die volle Wahrheit,
als Basilikumpflänzchen,
den furchtbaren Krieg nicht,
für den Frieden.
Dahin,
etwas,
dorthin,
um Sekunden,
der entscheidenden Sitzung,
etwas,
eine Forderung,
Herrn Merz …
Strahlend blauer Himmel mit Mond.
Ein Wolkenhauch nur scheint der zu sein.
Schämt er sich denn als versteckter Voyeur?
*ein Achtundzwanziger
Die Eibischblüten suchen sich
aus der Baumlaube heraus den Weg,
sich der Birkenblätter erwehrend, ans Licht.
*Info zu den Achtundzwanzigern:
https://www.maierlyrik.de/blog/der-dreizeiler-mit-dem-namen-achtundzwanziger/
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