Ein Inder,
his mother tongue
is not Hindi.
Parla Italiano
mit seiner Frau.
Deren Muttersprache
ist Ungarisch.
Viene di Romania:
Siebenbürgen.
We all understand
English.
Wir drei sprechen
miteinander
auf Deutsch
oder eventuell
Italiano,
aber nicht Ungarisch,
nicht Rumänisch
und nicht Hindi,
schon gar nicht
Rajasthani.
Er lernt besser Deutsch
zu sprechen
und ich lerne wieder etwas
dazu.
Schlagwort: Neue Maier-Lyrik (Seite 71 von 165)
Heimat ist nicht da,
wo ich allein‘ zu Hause
mich fühl‘. Auch and’re!
Und wo auch uns’re Meinung
’nen Wert hat beim Entscheiden.
Und wenn ich nichts bewirke,
so hab ich doch bewirkt,
dass in der Fremde ich
zu Hause mich ganz fühle
und wohl verstehe, dass
die Heimat Heimat nie gewesen,
dass ich trotz Bindung an
die Gegend, wo ich aufgewachsen
und wo ich noch verweile,
zu Hause immer war auf Zeit
(wie auch das Leben endlich
und nicht auf Dauer angelegt).
Migrantenschicksal ist es schon,
wenn ich im Elternhaus nicht weiter wohne.
Und Heimat sei es für die vielen Immigranten,
wo ich zu Haus‘ mich fühl‘ und in der Fremde.
Und meine Kinder weiß ich in der Ferne,
wo sie zu Hause sind und fremd.
Patriarchal sind Ahnenreihen,
die stets an einen Ort sich binden.
Ahnen zu wissen doch
von Vater- und auch Mutterseite,
ob ganz von nah, ob ganz von fern,
ist eine Art Verwurzelung,
die nicht an eine einz’ge Scholle,
so fruchtbar sie auch sei,
verwiesen ist und ihr verbunden.
Welch Vielerlei an Tradition,
Kultur und Lebensart
sich ja mit ihnen allen
verknüpft, die mir vorausgegangen,
was überliefert oder ganz vergessen.
Und ganz unwichtig ist,
was materiell sie einst besessen.
Sie sind in mir. Wenn ich das weiß,
kann ich erst ganz genesen.
Was ich behielt und was ich noch behalte
an Überzeugung dessen, was ja wohl
nicht an Besitz und Geltung ist gebunden,
sondern aus der Erfahrung stammt,
wie dieses Leben mit mir ist verfahren,
wie ich’s durchlebt in Kriegs- und Friedenszeiten,
im Wohlgefühl und in den Kämpfen,
das macht mich aus und nicht
die Zugehörigkeit zu solchen,
die zufällig meine Sprache sprechen
und zugehören wie ich selbst
zu einem zufällig entstandnen Staat
und Volk.
Ach, Bürgerrecht, als Privileg vergeben,
es ist nichts wert, die Menschenrechte sind’s,
auf die auch Minderheiten zu Recht
zu pochen lernen, wenn sie sich versammeln.
Ach, würden Eingewanderte von nah und fern
nie Mehrheit werden in dem Sinn,
dass Minderheiten sie nicht achten,
so wie’s die Eingesessnen meinen zu dürfen.
Die Menschenrechte leben hoch!

Die Engländer sind zu bedauern.
Um ihre Sprache sie trauern:
Sie ist weltweit verständlich,
für Engländer aber umständlich:
Die Übersetzung für sie, die kann dauern.
Dinge richtig abzuwägen
dürfte in Zukunft kein Problem sein,
dank der exakten Waage, kürzlich geerbt.
*ein Achtundzwanziger (https://www.maierlyrik.de/blog/der-dreizeiler-mit-dem-namen-achtundzwanziger/)
Militär gegen Streikende.
So etwas kommt ja bei uns nicht vor.
Allerdings Schmarotzer wollen wir auch nicht.
Armut ist doch so unwürdig.
Wahrnehmen wollen wir sie nicht.
* ein Janka
Am Tag, da dunkel nicht das Dunkle
und mit dem Licht im Wettstreit liegt,
um in die Welt hineinzustrahlen,
wo jedes der Geschöpfe froh im Tanz sich wiegt,
an diesem Tag, wo Licht nicht eines blendet,
das sich ihm hingibt, das gewiss
des Wunders, das Vollendung
und Ziel des Werdens und Gedeihens ist,
an diesem Tag ist alles, wie es soll.
Nur eines gilt dann noch: das allgemeine Wohl.
Die Wolkendecke.
Blauflächig aufgerissen.
Kein Regen in Sicht.
Wird Neues jetzt benannt,
wird das Kalenderjahr geboren?
So viel ist schon bekannt,
was hören unsre Ohren?
Letztendlich stolpern wir hinein;
es überrascht uns dann nicht viel.
Wir wollten lieber, es sollt sein
wie immer; bekannt sei uns das Ziel
und wie man es erreicht.
Umstellen wolln wir uns nicht gerne.
Dass es zum Leben reichlich reicht,
genügt uns schon; wir brauchen keine ferne Ferne.
So komm”˜ das neue Jahr halt schon herbei.
Wir machen uns nicht viel Gedanken.
Ob´s 13 heißt, ob´s 14 sei.
Im Grunde ist´s uns einerlei. Es bringt uns nicht ins Wanken.
Und ob die Böller eindrucksvoll
das alte Jahr vertreiben,
ob uns das nur betäuben soll?
Am besten ist´s: Lass all das bleiben!
Das Allerheiligste
Vom Licht geküsst
Nur an dem einen Morgen
Tief drinnen im Gewölbten.
Gespeichert die Energie
Wieder für ein Jahr
Die zugewiesne Menge
Dort in der Stille.
Herausgebracht in der Not,
Von den Berufenen.
Wenn es fehlläuft
Bei den Bestallten.