Gut, dass so Unmoralisches
wie die Atomwaffen nun endlich
verbindlich illegitim geheißen wird.
*ein Achtundzwanziger
Lyrisches von Helmut Maier
Gut, dass so Unmoralisches
wie die Atomwaffen nun endlich
verbindlich illegitim geheißen wird.
*ein Achtundzwanziger
Fröhliche Weihnacht wünschen sich Leute gerne.
Oft liegt ja auch Fröhlichkeit anderwärts
in gar zu weiter Ferne.
Wie dankbar sind wir oft
für einen netten Scherz,
der ein Lächeln wenigstens zaubert unverhofft
und öffnet das Herz.
Aber trotz großem Leid,
trotz wenig Glück:
dass schließlich Menschen bereit
sind, zur Fröhlichkeit wieder zu finden zurück,
das setzt wohl voraus,
dass sie eingeübt haben, ja zu sagen zum Leben,
und vielleicht nicht einmal wissen, woraus
diese Zuversicht sie schöpfen eben,
außer vom Wissen, dass das nur
das Leben möglich macht. Folgen wir dieser Spur!
Was wiegt schwerer, Glück oder Leid?
Was ist von mehr Tränen begleitet,
den Perlen des ungebändigten Lebens?
Kann wenig Leid viel Glück verderben?
Oder trägt wenig Glück viel, viel mehr Früchte?
*ein Janka
Was uns geschieht,
ist es ein offenkundiges Zeichen
für weiteres Schicksal?
Oder ist es eine versiegelte
Botschaft, die wir nicht zu öffnen
haben oder vermögen?
Oder sind wir gezeichnet
durch Segen oder durch Fluch?
Erkennbar für ein jedes?
Signum oder Signal?
Wo hinein gekerbt
sind die Zeichen?
Wo sind die Stäbe
der Erkenntnis?
Stehen Worte,
steht Schrift
für Verkündbares,
für Prophetie?
Wo bleibt dabei der Wille,
zu Nutz und Frommen
den Nächsten zu leben?
Entscheidet daran
sich letztlich nicht alles?
Wer sonst kann sich Pius nennen?
In die Flucht schlagen
braucht sich der
niemals mehr lassen!
Ein Schweigen dauert nicht ewig.
Oft bricht ein Vulkan ganz jählings aus.
Trotzdem sollten zu lange wir nicht zögern.
*ein Achtundzwanziger
Zur Schönheit der Welt gehört auch,
dass es den Menschen gegeben ist,
gegen das hässliche Unrecht aufzustehn.
*ein Achtundzwanziger
Edith Hornauer hat dazu ein wirklich passendes Gedicht geschrieben:
Warum nur warten wir immer,
dass die Leute, die uns beherrschen,
endlich weniger werden auf Erden?
Warum lügen wir uns die Zukunft
rosig, rund, kunterbunt?
Warum lassen wir zu, dass wir uns
selbst zerfleischen mit Dingen,
die uns so gar nicht eigen sind?
Längst waren wir doch immer schon wach,
bevor die Herrscher aufgestanden sind!
Ich schlage meine Kraft nicht in den Wind,
ich rufe: Kommt, ergreifen wir doch die Gelegenheit.
Es ist nötig.
Es wird Zeit.
Wie weit denn nach Osten gehen
müssen schließlich wir Ahnungslosen,
um endlich Orientierung zu finden?
*ein Achtundzwanziger
Manche Rosenblütenblätter
wechseln ihre duftigen Farben
etwa von gelb über violett nach weiß.
Jedes Alter hat offenbar
seinen unverwechselbaren Charme.
*ein Janka
Gedichte sind wie eine Geheimschrift
Nicht jeder weiß sie zu lesen.
Eingeweiht musst du sein.
Andernfalls bleibt dir verborgen
das Geheimnis der Alternativen
zur platten Realität, Die bleibt ja
ganz unwirksam für die Erneuerung.
Ihre Zellen erzeugen keinesfalls
irgendeine neue Energie.
Sie bleibt einfach ein Zombie.
Euern Schatten, den ihr spendet
rings um den Löschteich,
an dem zu sitzen die Zeit stehen lässt,
ihr ehrwürdigen Platanen
mit Eurem Laubdach – ich
genieße ihn gerne, bin
ihm so dankbar, wenn das Land
stöhnt unter der Hitze.
Was aber mich rührt zu Tränen,
ist etwas anderes, das
die blättervollen Zweige
nicht zu verhindern imstand sind
und ihre Spiegelung und die der Stämme
auf der Wasserfläche verzaubert:
das provenzalische Licht.
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