Lyrisches von Helmut Maier

Schlagwort: Neue Maier-Lyrik (Seite 30 von 165)

Die Amsel*

Wie sieht die Amsel uns Menschen?
Etwa so wie wir die Wildschweine,
wenn sie aus dem Wald brechend uns begegnen?
.
*ein Achtundzwanziger

Freie Fahrt*

Freie Fahrt für freie Bürger**.
Wann endlich gilt das umweltschützend
für alle im öffentlichen Nahverkehr?

*ein Achtundzwanziger
** beim zweiten Lesen darf/muss es natürlich ‚Menschen‘ heißen; denn ‚Bürger‘ entspricht keinesfalls gendergerechter Sprache. Aber für den Überraschungs-Kick muss es schön ‚Bürger‘ heißen, weil das ein groteskes, aber (leider) wohlbekanntes Zitat ist.

Der Achtundzwanziger hier war meine geistige Vorbereitung auf das Erleben bei dieser Veranstaltung im Stuttgarter Rathaus:
 -

April*

Tropfen an den Fensterscheiben.
Schwarze Wolkenhaufen am Himmel.
Seltsam nach einem Sonnentag wie gestern.
.
*ein Achtundzwanziger

Automatisiertes Verfahren

Von jeher haben die Herrschenden
eifrig versucht durch Aufputschen
der Untertanen zu erreichen,
dass sie die Schuld am Töten von Gerechten
und am blutigen, menschenverachtenden Krieg
mit den Beherrschten teilen konnten.

Heutzutage haben demokratisch Regierende
dieses Verfahren automatisiert und
institutionalisiert.

Ein Leuchten

Was leuchtet selbst in trübster Zeit?
Orplid ist es. Es trägt die Hoffnung.
Es ist kein Traum. Es steht für ew’ge Wunder.
.
*ein Achtundzwanziger

Erste Frühlingssonne*

Frühlingssonne! Wenn auch nur kurz!
Ein gar überirdisches Wunder!
Aber steht sie nicht für irdische Wunder?
.
*ein Achtundzwanziger

Als Komplementärgedicht hat Edith Hornauer folgenden Achtundzwanziger beigesteuert:

Frühlingssonne, wie neu gebor´n,
ist bereit, schon alles zu geben.
Ihre Strahlen wärmen uns Herz und Seele.

Einen weiteren wunderschönen Begleit-Dreizeiler hat Isabella beigesteuert:

Licht kehrt zu uns zurück
Leben und Freude, Hoffen und Träume
füllen die kalten staubigen Winterräume

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026 Maier-Lyrik

Theme von Anders NorénHoch ↑