Auf den Schneehügel hüpfen,
Hohes nach unten treten,
das Loch wieder füllen,
auf solidem Fundament
den Schneemann sich nach dem
Himmel recken lassen
mit erhobenen Steckenarmen
und in das Leben neu wandern
ohne Sorge,
dass der Schnee schmilzt.
Schlagwort: Neue Maier-Lyrik (Seite 159 von 165)
Frostbeulen fürchte auch ich.
Und erfrieren darf keines.
Nicht ein einziger Mensch.
Aber den fruchtbaren Frost,
der keinen tötet,
willkommen heißen
will ich ihn doch:
Samen macht er bereit
zum Keimen.
Ach, der Frühling
gibt Recht erst
der Hoffnung.
Können wir sie
nicht denken
davor?
Gütig war die Göttin.
Gott hatte mich ja gerufen,
die Kirchengemeinderätinnen zu wählen
für seine Kirche
heute.
Sie aber schenkte mir auf dem Weg
Wa(h)lnüsse 😉 vom Baum,
heruntergeworfen
durch ihr Wehen.
Goldstücke mit denen
Der Herbst den verfrühten
Winter beschwichtigen
Möchte Birkenblätter
Auf dem frischgefallenen
Schnee
Ubi habitare? Habit. Gewohnheit. Gesellschaftsbild Wohnung. Zeiten, in denen Hausmädchen moderner sind als Hausmütterchen. Und Späteres weniger modern als Früheres. Vielleicht war die Stuttgarter Kochenhofsiedlung mit ihren steilen Dächern von 1933 wirkmächtiger als Le Corbusier und seine Kollegen, die Dachgärten planten für die Weißenhofsiedlung: Internationale Ausstellung. 1927 in Stuttgart. Wohnen, wo andere vorher hinwanderten auf ihrem Sonntagsausflug (ins Ausflugslokal des Herrn Weiß: dem Weißenhof). Wohnen in einer mobilen Welt. Mobiliar als Immobilien-Teil. Umzug als Reise nur mit dem Koffer. Gepäckträger denkbar. Möbelpacker nicht. Araberdorf war der Vorwurf der Unverständigen: Ent-Würfe braucht Traditionelles nicht: Es lebe das romantische Deutschland mit roten Dächern.
Während andernorts die Äpfel rar waren und die Ernte überreich auf unseren Fluren, lohnte das Pflücken sich überall dieses Jahr ganz besonders und die Bäume halten Weihnachtskugeln nun nicht mehr vor für das Fest auf den Wiesen.
Verdeckt vor dem Blick
die Berge der Alb.
Verdeckt und verborgen
die Wälder, die gelben.
Die Bäume erstehen erst
und ihr Doppelgold
von Laub und glänzendem Licht
aus den Nebeln,
den Neuerern.
Und ich sehe.
In grauen Schleiern
lagern sich die Schichten
meiner morgenfrischen Fragen.
Sonnendurchtränkt
bezaubern sie schon
mein Ahnen.
Noch pflück ich
das geheime Wort
nicht von der Erwartungswiese.
Rot steht nachher
und golden
der Sonnenball der Verheißung
dort im Dunst.
Aussicht
Die Platanen,
deren Muskelspiel
ich misstraute
in meinen jungen Tagen,
das Gelb ihres Laubs
leuchtet so lieb
in der Sonne
des Herbstes.
Aussichten
Der Mercedes-Stern
(auf dem Turm des Hauptbahnhofes),
so schnell ging er unter,
als ich von der
Aussichtsplattform
oben im Kunstmuseum
am Schlossplatz
mit dem AUFzug
nach unten fuhr.
April im Oktober
Die Hagelkörnchen
meines fast verflogenen
Ärgers
über mein Abtauchen ins Business
hinter dem Königsbau:
da tanzen sie noch kurz
im Regenschauer
(schaurig scheint er zu sein
eine Weile)
auf dem Kopfsteinpflaster
vor dem Cafe
des Kunstgebäudes
am Schlossplatz.
Und schon scheint wieder
die Sonne.
Und das Blau des Himmels
wölbt sich mit dem Bogen
der Arkade,
in deren Schutz ich sitze.
Plötzlich dehnt es sich
über die grünen Anlagen
zwischen Schloss und Theater.
Kunst
Neben dem früheren Haupteingang
des Kunstgebäudes am Schlossplatz
auf die Travertinmauer gesprayt:
eine sehr schöne
goldgelbe Banane.
Hoffentlich bleibt sie.
(Am ehesten,
wenn sie allein bleibt)
Verhungert. Der Fall Sascha K. aus Speyer. Dem Fallmanager überlassen. Keine aufsuchende Fürsorge. Eigenverantwortung erwartet. Eigenverantwortung vorausgesetzt. Sonst Verhungern nicht ausgeschlossen. Auch das ist Hartz 4. Verhungert ist Sascha K. Gehört bei SWR2 Leben Montag, 15.10.2007 | 10.05 Uhr Verhungert Der Fall Sacha K. aus Speyer Von Christine Werner Und in wenige Wörter zusammengefasst. Originalmanuskript hier erhältlich: