Ein Kreuz ist es
Mit der Notwendigkeit
Entscheidungen rasch
Zu treffen.
Warum nur
Hat die Windrose
Vier Richtungen?
Wer´s zu was
Bringen will,
Muss sie beherrschen.
Nur in der Quintessenz
Lässt es sich ruhen.
Lyrisches von Helmut Maier
Ein Kreuz ist es
Mit der Notwendigkeit
Entscheidungen rasch
Zu treffen.
Warum nur
Hat die Windrose
Vier Richtungen?
Wer´s zu was
Bringen will,
Muss sie beherrschen.
Nur in der Quintessenz
Lässt es sich ruhen.
In die goldenen Zweige
Der hochaufgeschossenen Birke,
Blauumwirkt,
Glanzpunkte versammelnd,
Lese ich Gesichter ein,
Ereignisse,
Realitäten,
Geheimnisse.
Und voller Erstaunen
Sehe ich sie dann
Vor mir,
Abendbeleuchtet,
In Entzücken geronnen.
Eine ungefährliche Schere.
Sie schneidet ja nicht.
Wie soll sie?
Ihre Schneiden gehen
immer weiter auseinander.
Die Schere, sagt man,
geht immer weiter
auseinander.
Die zwischen arm
und reich.
Eine gefährliche Schere.
Ein Fahrrad ist gewiss
Ein Terrorismus-Mittel
Wohingegen
Gepanzerte Fahrzeuge
Friedensbringer sind
Die Recht haben sollen
Erweisen sich
Als Technisch
Versiertere Töter vielleicht
In der veröffentlichten
Meinung
Silberblatt-Dickicht
Im Gärtchen stehngeblieben
Durch weise Faulheit
Wie Du nun prächtig funkelst
Glanz wie von irgendwo her
Oben vorm Blau nur
An dem Himmelsgewölbe
Geäst-Ornament
Grafik-Collage
Mit Glitzer-Skulptur
Wir fragen warum
Beim Unerklärlichen
Aber die Folgen
Unseres Tuns
In den Nebeln
Der Zuversicht
Lassen wir sie
Unsichtbar werden
Wie aber sollten wir
Umgehen mit Unerklärlichem
Dann?
Ich schaff´s auch ohne,
sagte der trockene Alkoholiker.
Ich schaff´s auch ohne,
sagte der Individualist.
Ich schaff´s auch ohne,
sagte der Priester.
Ohne Promille,
ohne Gesellschaft,
ohne,
ohne,
ohne Luther?
Ohne Frau?
Ohne Papst?
Der volle Mond
auf monochromem Tableau.
Das Grau mit eingetieftem Blau,
fast ohne Sonnenschimmer-Rest,
regiert er still
auf seinem Zug durchs Reich
des Lichtverschlingens,
leuchtet selber aber,
bis dann der Funke überspringt
und neuen Tag entzündet,
der sich auf Blätterteppichen
sacht aus dem Blickfeld
rausgeschlichen hatte.
Farbenrausch
vor dem Blättertaumel.
Noch vor dem verhüllenden Nebel.
Schmuckmaterial die Fülle.
Dekorieren der Tische ist Pflicht.
Unmöglich ist Übertreibung.
Doch Schwelgen in Überschwang.
Nicht so recht wissen,
wo´s lang geht.
Vychod heißt jeder Bahnhof
auf der Reise nach Prag.
Schwarz und deutlich die Lettern,
unter denen die Passagiere
den Bahnsteig verlassen.
Herbstfarben wuchern
auf den buschbestandenen Flächen
jeden Tag mehr.
Den grauen Wolken folgen
und die Richtung erahnen,
in der nun der Wind weht.
Die Aussprache lernen
und Wörter erkennen
jeden Tag mehr.
Ankommen irgendwann doch.
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