Wichtigkeiten
und wichtige Nichtigkeiten.
Richtigkeiten
und falsche Wichtigkeiten.
Im Irrgarten
der Gewichtungen.
Suche
nach Schlichtungen
im Streit
um Berichtigungen.
Endlosschleife.
Schlagwort: Neue Maier-Lyrik (Seite 108 von 165)
Ins Büchle geschrieben, das mir mein Enkelsohn gebastelt hat:
Ich schrieb ein Gedicht.
Verstehn tu ich’s nicht.
Ich schrieb es nur hin,
aber ganz ohne Sinn.
Es steht nun mal da;
und ich schrei hurrah!
Eben noch als weiße Watte
zwischen den Zweigen des Holunders,
da lag sie und schmolz dann am blauen Plafond.
*ein 28er
Ruft mich mein Schatz in das Gärtchen
Ich müsse doch unbedingt zusehn
Wie sich die Riesenmohnknospe entfalte
*ein 28er
Die tröstenden Choräle,
die füllen ganze Säle
und helfen doch nicht viel,
nicht viel, was unsre Lage
wohl an so manchem Tage
verbessert, wie es uns gefiel”˜.
Wenn aus dem Oriente käm”˜,
damit sie ernsthaft uns beschäm”˜,
ne neue Orientierung,
wie gerne würden wir da rennen,
zu ihr uns gleich bekennen
und preisen ihre Zierung.
Doch ist der Orient in uns
und nicht in Schruns, nicht in Tschagguns;
wir selber müssen´s wissen.
Wir selber, ohne cool zu sein,
nein, anders ist es gar nicht fein,
müssen die Fahne hissen.
Kommentargedicht zu „Orientierungslos“ von Barbara..
Kuglige Chausseebaum-Kronen
Kürzel vor dem Rapsfeld-Plafond
Idyllischer Ausblick von der Autobahn
*ein 28er
Westwärts die Fahrt auf der B1.
Immer dem roten Ball hinterher.
Den Lauf des Sonnenuntergangs verzögern.
*ein 28er
In der Hauptstadt am Strand lagern,
mit Enkelkindern auf dem Spielplatz.
Ganz vom seltenen Alltag aufgesogen.
Kein Stuttgart 21 kümmert mich;
nicht Osama Bin Ladens Ermordung.
Das Recht des Särkeren behauptet sich
mit ehern unbeugsamer Verve,
ganz ohne Rücksicht unverbesserlich,
und trifft von Ahnungslosen gut den Nerv.
Die nämlich kennen nicht Gesetz noch Recht
und folgen der Reklame gern,
die mit viel Macht und Geld – und das nicht schlecht ”“
das wahre Recht verleumdet nah und fern.
Brecht doch mit solcher Agonie humanen Geistes,
mit solchem Hohn, der jedem Anstand spottet,
mit jener Untertanenart, der feigen,
brich endlich doch damit. Du weißt es,
nur sich empören hilft. Nur wer nicht trottet,
nennt ja Humanitas sein eigen.
Ein Tanzen liegt heut in der Luft.
Vom Hag die Hexe, was heckt sie aus?
Ob dann geflogen oder getanzt – egal!
*ein 28er
als Kommentargedicht zu Rosadoras WALPURGIS”¦
Auch ein sehr schöner Dreizeiler von Barbara:
Lacht oder grinst sie? Lebenserfahren,
tanzt sie befreit, die Gedanken fliegen.
Der Betrachter macht sie zu dem, was er sieht.