Lyrisches von Helmut Maier

Schlagwort: Neue Maier-Lyrik (Seite 106 von 165)

Schwäbische Abrechnung

D´Kassierere ziehagt´s d’r ab,
wann´d deine Eikaif ufs Laufband schdellsch ”“
au wann´d´ra glei”˜s Geld genau abzählt nolegsch.

Sui isch agdiv,
au wann du denksch, du wärsch´s.

Wir leben noch in finstren Zeiten

Nicht weiter so
hinein in die mobile
Gesellschaft ohne Haftung
auf dem Boden,
mit unbefristeter und ungeschützter
Einstellung in jene Lebenswerk-Module,
die Zuverlässigkeit niemals gewähren
können, geheuert und gefeuert
nach Bedarf, nach jenem,
der Finanztransaktionen
zu neuen Lehnsverhältnissen
in unsern finstren Zeiten macht,
die dunklen Zeiten der Geschichte
noch machen Konkurrenz
und da dämonisch-gräusiglich
obsiegen im Anzug-Look mit der Krawatte.

Schwelgen

Alte Herren,
ewig junge Klänge:
Bourbon-Street-Blues.
Schwingender Trommelboden,
Spiegelbildzerfetzer,
aufgehoben im Klarinettenklang,
und jubelnder Schall
von Trompete und Tuba.
Banjo-Rhythmus,
mit eingängigen Akkorden besetzt,
wippende Füße am Biertisch.
Beim Frühschoppen
Weißwurstessen inklusive.
Swing, Baby, swing,
singen die Herren.

Glücksklee

Vergilbtes Glückskleeblatt.
Es hängt am Rand
des grünen Fläschchens.
Wasser hätte es noch.
Aber nein, es trinkt nicht mehr.
Es hat seine Aufgabe erfüllt.
Ich hab es gefunden
und glücklich war ich.

Demokratiedefizit*

Noch sehen sie so die Dörfler,
die Mächtigen auf dem hohen Ross,
sie könnten sie lenken: sie übertölpeln.

*ein 28er

Welche Freude: Bea (in ihrem Blog [ https://poeticaly.blogspot.com/ ] gibt es für FreundInnen des 28ers noch eine besondere Überraschung!) hat mit einem wunderbaren 28er geantwortet. Hier ist er:


das volk läuft mit? das volk spricht mit?
das volk lässt sich nicht blenden auch wenn
die worte noch so wohlgefällig perlen

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