Lyrisches von Helmut Maier

Schlagwort: Allgemein (Seite 88 von 93)

Erlebniszeit

Zukunft kommt geschritten
mit dem stolzen Gang der Schwangeren.
Eidechse huscht über das Sträßchen
und verschwindet im Gras.
So schnell zieh´n die Zeiten.
Mit jeder Welle mehr
schwindet der Sand unter den Zehen,
gibt neue Standflächen frei
unter den Füßen.

Weiterhin durchlöcherte Bloggertätigkeit

Das heißt nicht unbedingt Stillstand. Aber es ist einfach zu viel Erlebniszeit zu erwarten und zu wenig Kontemplation. Ab 23. Mai (da wird mein Enkelsöhnchen Finn 5 Jahre alt) ist auch ein paar Wochen Stillstand zu erwarten.

Allen, die dadurch zu kurz kommen (reiner Zufall!) besonders herzliche Grüße

Helmut

P.S.:  Die erfolgte Kontroll-Angiographie ist gut verlaufen und hat ein Bestens-Ergebnis. Der Ewigen sei Dank.

Intermezzo: Hinweis zum Muttertag

Hallo,

Nun ist der Muttertag also vorbei. Wie heißt es aber immer in den Sonntagsreden?: Es solle jeder Tag Muttertag sein. Ob das die Sonntagsredner (und hier verzichte ich bewusst auf das große I) so sehen, dass das Thema Matriarchat auf der Tagesordnung bleibt?

Ich muss gestehen, dass ich beim Verfassen meines Beitrags Etymologische Scheuklappen (was Materie und Mutter Erde angeht) nicht an den Muttertag gedacht habe. Aber ich finde, er und die sich daraus ergebende Diskussion mit Gabriele wäre es wert, nicht nur von Barbara wahrgenommen zu werden, wenn denn jeden Tag …

Ich bin sehr gespannt, ob nicht die eine Leserin oder der andere Leser auch noch etwas Interessantes zum Thema beitragen könnte oder einfach sein/ihr Interesse (für Gabriele: their interest) ausdrücken würde, wenn die Hemmschwelle des sperrigen Textes und meiner langatmigen Ausführungen überwunden worden ist.

All‘ die Jahre

An die Friedenstauben
habe ich mich solangsam gewöhnt,
die in unserem Kreis
herumtrippeln,
durch ihn durchfliegen,
manchmal knapp an unseren
Köpfen vorbei,
an der Nikolauskapelle,
vor der wir immer wieder stehen
freitags
und beim provokativen
„Schweigen für den Frieden“
Unterschriften sammeln
– gegen den Bundeswehreinsatz in
Afghanistan
– für die Abschaffung
aller Atomwaffen
– für einen gerechten Frieden
in Palästina
– gegen …
– für …

An all”˜ diese unerledigten Probleme
können wir uns nämlich
gar nicht
gewöhnen.

1913 noch 2008

Sind deutsche Frauen,
wenn sie Mutter wurden
vor 1975,
als Personen ohne eigene
Rechtsmacht zu sehen?

Ihre Töchter und Söhne
von damals,
die nicht rechtzeitig
etwas taten,
was Kinder von
deutschen Männern
nie tun mussten,
um Deutsche zu sein:

eine förmliche Erklärung abgeben,
dass sie wie andere Kinder
eines deutschen Elternteils
Deutsche sein wollten,

sind Ausländer heute
selbstverständlich
und stellen vielleicht
einen abzulehnenden
Asylantrag.

Wer das nicht für möglich hält, lese das hier (anklicken!)

La vie en rose

Aktion

An diesem Kreativtag möchte ich auch teilnehmen und poste hier meine Übersetzung von „The rose“. Der Song wurde von Amanda McBroom für den Film The Rose geschrieben und von Bette Midler interpretiert.

Am 15. April 2008 kann die Aktion hier bei Ellens „seelenruhig“ mitverfolgt werden.

Und hier nun „The rose“:

The rose

Liebe, heißt´s oft, sei ein Fluss, der
zartes Schilf ganz überschwemmt.
Liebe, heißt´s dann, schneide tief dir
in die Seele ungehemmt.
Liebe, heißt es, sei ein Hunger,
sei ein Schmerz, nie fortgeschwemmt.
Doch ich sag, sie ist die Blume,
deren Saat ins Herz ihr nehmt.

Wie ist doch ein Herz in Sorge,
dass es nie mehr tanzt, ja bricht,
wie der Traum, der vom Erwachen
keine Chance sich verspricht.
Dass die Möglichkeit zu leben,
sich zu schenken chancenlos,
dass die Seele in Gefahr ist,
voller Furcht zu sterben bloß.

War die Nacht mal wieder einsam,
wo der Weg sich endlos dehnt,
und du denkst, dass nur wer stark ist
und wer Glück hat, Liebe kennt.
Oh ich weiß, die Saat im Winter
deckt noch schneidend kalter Schnee,
doch dass in der Frühlingssonne
ich die Rose sprießen seh”˜.

Hier kann frau/man Bette Midler hören.

Hier kann frau/man den englischen Text lesen

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