Lyrisches von Helmut Maier

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Poesie im Terzett

Mein Zeit-Los-Gedicht zusammen mit den Kommentargedichten von Curt und Barbara ist nun auch auf Giocandas Weblog als „Poesie im Terzett“ veröffentlicht.

Paul Spinger hat inzwischen aus dem Terzett ein Viererblatt gemacht und folgendes Gedicht als Kommentar zu meinem Zeit-Los-Gedicht beigetragen:

Zeitlos – das heißt ohne Mode,
Eine herrliche Methode
Um die Zeit dann zu genießen,
Lass die Zeit alleine fließen.

Und jetzt auch noch ein Teil zu einem fünfblättrigen Kleeblatt:
Hermann Josef Schmitz hat das beigetragen:

komm
reib dir den schlaf aus
den tag erfinde den blick neu
zähle wellenblätter
wechsle aus dem zahlenbuch
verschwinde im schmetterlingsblau
entrolle das meer

Zeit-Los

Zeit,
eine Erfindung
der realiter existierenden
Welt, der Anderswelt
erscheint sie kurios,
famos,
wenn man wechseln kann
von einer zur andern.

Kommentargedicht zu Rosadoras Gedicht Tag für Tag…

Kommentargedicht von Curt hierzu:

Zeit, losgelöst vom Raum,
man sagt, das gäb es kaum.
Ein Wechsel in den Dimensionen
scheint sich bestimmt zu lohnen.

Kommentargedicht von Barbara:

Zeit verrinnt
uns in der Hand.
Bestehen bleibt ein
unentwirrbares Geflecht
für den Verstand.
Er braucht viel Zeit,
um zu verstehen.
Erst, wenn er aufgibt,
ahnt er kosmisches Geschehen.

Offene Frage

BUNDESWEHR
TÖTET
ZIVILISTEN
IN AFGHANISTAN

BUNDESWEHR
TÖTET

BLEIBT NUR
DIE FRAGE:

SINGULAR ODER PLURAL?

Kommentargedicht von Paul Spinger:

Nachgefragt

Wer ist schon damit einverstanden,
Dass sie ihn wieder neu erfanden,
Den guten Krieg?
Noch traun sie sich nicht „Krieg“ zu sagen,
Wenn sie den Taliban erschlagen;
Ist das ein Sieg?

Dass die Soldaten Mörder sind,
Das wusste früher jedes Kind,
Und wieder klopf ich auf den Busch:
Ist es denn jetzt schon wieder Norm,
Dass Mann in einer Uniform,
Darf töten dort am Hindukusch?

Meinungsfreiheit, die zweite.

In einem windelweichen Artikel berichtet die EZ von vorgestern vom Rückgang der Krankmeldungen (so nenne ich sie). Gewiss, sie stellt schon im ersten großen Abschnitt die Frage: „Ist Job-Angst der Grund für den niedrigen Krankenstand?“ und lässt Annelie Buntenbach vom DGB entsprechend zu Wort kommen. Aber sie erklärt auch ganz objektiv, dass man das auch anders sehen könne: „Zum einen haben körperlich belastende Tätigkeiten an Bedeutung verloren. Zum anderen betreiben immer mehr Unternehmen eine aktive und systematische betriebliche Gesundheitsförderung.“, lässt sie den Arbeitgeberpräsidenten Dieter Hundt sagen.
Wenn ich die Hauptschlagzeile oben auf der ersten Seite der EZ aber mit der der taz vom gleichen Tag vergleiche, werde ich fast wütend: Die EZ jubelt geradezu: „Krankenstand auf historischem Tief“, während die taz in ihrer unvergleichlichen Weise Position bezieht:

„Angst geht arbeiten.

ALE, XA, BLA, BLA, BL-EIBE …

Wie hoffte ich,
dass meine Freundin bleibe,
doch hoffte ich vergebens,
sie musste weg ,
die Freundin meines Lebens:
die Eibe.

Zu nahe stand sie
an den Häusermauern;
der Zustand konnte so nicht dauern.
Sie musste weg,
und ich kann nur noch trauern.

Sie konnte böse Geister
nicht mehr bannen.
Nun ist sie weg,
ist nun von dannen.

La, la, li, laa, li, loo,
la, la, li, laa, li, laa, li, loo …

Heilendes

Ein krächzend Singen
wünsch ich mir.
Es zeige mir
den Sinn des Sehens,
wenn ich denn gar zu kindisch bin.
Die Trauer,
sei´s um mich,
sei es um Freunde,
wird helfen mir,
zur Klarheit der Vernunft
zu kommen
wieder.

Dilemma

„Nun aufwärts froh den Blick gewandt
und vorwärts fest den Schritt!“
Vom Aufwärts war ich mal gebannt,
doch komm ich nicht mehr mit,
solang´s da zu ”˜nem HErren geht,
der unser Leben lenkt
und dabei nicht mal daran denkt,
wie´s um mein Wollen steht.

Und „vorwärts“ ging´s dann immer noch,
„Vorwärts und nicht vergessen
die Solidarität“ ”“ fragt bloß sich heut: mit wem?
Bloß einfach „vorwärts“ ist ja so bequem.
Bloß vorwärts neoliberal?
Ach liebe Zeit, das wär fatal.
Wenn links und rechts sich küssen,
dann müssen, müssen, müssen
ganz vorsichtig wir alle sein.
Sonst stehn wir irgendwann allein.

Was ich am 17. Juni 2009 in Berlin sah und erlebte …

1. Münte hielt eine gute Rede, in der er Brandt zitierte, dass dem neben dem Frieden Freiheit das Wichtigste war.

2. Hier mehr zum Programm des Forums der Historischen Kommission der SPD (bei der ich im Plenum saß)

3. Hier ein Link zu Markus Meckels Sicht der Dinge (auf seiner Website). Er war auch auf dem Podium.

4. Zur Ergänzung ein Vorwärts-Bericht, der allerdings die beiden Foren praktisch außer Acht lässt.

D a s gönne ich meinen Stuttgarter Parteigenossen geradezu. Warum musste die Stuttgarter SPD sich auch für Stuttgart 21 starkmachen?

Goldhimmel

Goldhimmel
kontrastiert von Dunkelwolkenungetümen,
golden leuchtend
die Nachbarhaus-Vorderwand.
Nur wenige Minuten
bis zum Sonnenuntergang.
Dann fällt die Blässe
des Nichtssagenden
über die Welt.
Nur die Erinnerung bleibt
und treibt Blüten.

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