Lyrisches von Helmut Maier

Schlagwort: Allgemein (Seite 78 von 93)

Wurzeln

Wurzeln suchen
im Kompost der Vergangenheit.
Wurzeln reißen
aus tradiertem
Unrecht.
Wurzeln treiben
im versendeten Blumentopf.

Wurzellos
Herrschaftsrechte über das
Mutterland
der Menschen
aufrechterhalten.

In Wurzeln verkrochen
keine Triebe
mehr entfalten.

Sterben
und sterben lassen
und sein gutes altes Recht
verteidigen
im zukunftslosen Acker.

Oder Wurzelgeflechte
nicht mehr entwirren
und Halt geben dem Lebenden.

zu finden schon 2004 bei https://www.lyrik.at/php/werk.php?task=werk&werknummer=30975&email=helmutmaier@culturebase.org#werk , wobei die Adresse helmutmaier@culturebase.org nicht mehr besteht.

Poem Symphony

Hinweis: H i e r gibt es einen Bericht über das Werk und seinen Schöpfer.

Deutsche Welle präsentiert:
Campus-Konzert
So 27.9.
20 Uhr
Beethovenhalle
Bùi Công Duy Violine
Orchester der Vietnam National
Academy of Music Hanoi
Claire Levacher Dirigentin
Ludwig van Beethoven: Ouvertüre zu
Heinrich Joseph von Collins Trauerspiel
„Coriolan“ c-Moll op. 62
Do Hong Quan: “Viet Nam”. Rhapsodie für
großes Orchester
Trân M_nh Hùng: »Le Chi Viên« für Violine
und Orchester. Poem Symphony
(Uraufführung, Auftragswerk der Deutschen
Welle)

Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 7 ADur
op. 92

Abrutschbereit?

Abrutschzeit ist,
Ausrutschzeit,
Reinfallzeit,
Einfaltzeit
– nicht die Einfältigkeit,
die uns mangelt
weit und breit*,
die sich an etwas
festhält, was menschlich ist,
nicht allzumenschlich
wie das Gieren und Geifern,
das Umsichschlagen und Wetteifern:
Agressiver Liberalismus
verspricht, was niemand
kann halten, außer der Kälte
gegenüber Kranken und Alten,
außer dass alles noch schneller hingleitet
ins Irrenhaus unsrer Zeit, zu dem er geleitet,
geleitet schon hat und auch weiter begleitet.
Drum bloß nicht schwarz-gelb,
das gilt´s zu verhindern
zum Guten für alle,
den künftigen Kindern.

*Matthäus 6, 22-23

Angeregt zu diesen Zeilen hat mich ein Artikel in der taz (tazzwei) vom 22.9.2009: „In diesem System hat jeder Angst, dass er abrutscht“, ein Interview mit Hartmut Rosa zur Be- bzw. Entschleunigung. Er spricht sich übrigens für ein solidarisches Bürgergeld aus.

Die Konsequenz für die anstehende Bundestagswahl scheint mir klar zu sein: Bloß nicht schwarz-gelb.
Um das möglich zu machen, gibt es vielleicht eine letzte Chance:
Um die CDU nicht in den Genuss von (eigentlich ungerechtfertigten) Überhangmandaten zu bringen, muss jede Wählerin und jeder Wähler im jeweiligen Wahlkreis bei der Erststimme die Kandidatin oder den Kandidaten wählen, der am ehesten die Chance hat, das Direktmandat der CDU zu verhindern, auch wenn das heißt, dass man die eine oder andere Kröte schlucken muss: In meinem Wahlkreis würde ich gerne den Kandidaten der Linkspartei wählen. Das ist sicherlich ein ordentlicher Kerl. Die Linken haben fürs Ergebnis der Bundestagswahl aber gar nichts von einer Stimme für ihn (außer einem möglichen netten, rein formalen Achtungserfolg). Die Zweitstimme dagegen hilft ihnen ganz bestimmt und auch der Verhinderung von schwarz-gelb.

In der selben taz von oben gibt es auch einen Artikel, in dem gesagt wird, dass aus ähnlichem Grund manche Grüne für die SPD-KandidatInnen werben.

Vor dem Ende der Bundestagswahl werde ich mich wahrscheinlich nicht mehr mit einem eigenen Beitrag melden.

Poetry Slam

Nun habe ich also auch einmal ein Poetry Slam miterlebt, beziehungsweise habe ich noch nicht wirklich ein Poetry Slam miterlebt, meine aber durch meine Erfahrung in diesem speziellen Fall mitreden zu können, wenn es um die Frage geht, was denn nun ein Poetry Slam sei und wie man es zu bewerten habe in seiner Qualität als literarisches Ereignis oder als Unterhaltungsveranstaltung, was die Frage einschließt, ob es bei der Lyrik (denn um solche sollte es doch bei etwas gehen, was englisch mit poetry benannt wird, obwohl es dem Wort nach dann ja auch um Poesie gehen könnte) auch so einen Unterschied geben könnte wie bei der E-Musik und der U-Musik, was ja auch immer eine umstrittene Frage ist; dies alles angesichts der Tatsache, dass es bei Poetry Slams ja auch, aber nicht nur um literarische Qualität, sondern ”“ vielleicht in größerem Maße ”“ um Qualitäten der Performance geht, was ja mit dem Ursprung des Wortes Lyrik, nämlich dem, was mit der Lyra vorgetragen werden soll, sehr viel zu tun hat ….

Ob so ein Text in seiner Atemlosigkeit für ein Poetry Slam passen könnte? Wohl weiß ich sogar, dass bei Poetry Slams nicht nur Lyrik zum Vortrag kommt, sondern auch Kurzgeschichten ihren Platz haben können. Dann wäre Prosa also möglich, wobei diese Prosa hier keine Kurzgeschichte darstellt …

Fragen über Fragen, wie sie sich mir stellten bei dem Erleben des „Poetry Slam ”“ dead or alive“ im Stuttgarter Theaterhaus am vergangenen Donnerstag. Die Karte(n) dazu waren ein eingelöstes Geburtstagsgeschenk, fußend auf einem Gutschein, den ich an meiner vorgezogenen Geburtstagsfeier Anfang August von meinen Kindern bekommen habe. Die haben mich also auf diese vorsichtige Weise mit etwas bekanntgemacht, was einen Menschen, der sich der Lyrik verschrieben hat, doch wohl interessieren sollte. Und obwohl ich allem, was mit Präsentation zu tun hat (also wohl auch einer Performance!), einigermaßen skeptisch gegenüberstehe, weil ja die Gefahr besteht, dass das, was präsentiert wird, gegenüber der Qualität der Präsentation/Performance in den Hintergrund treten könnte, habe ich mich neben der Erfahrung, die ich ja nun endlich auch einmal machen musste, gut unterhalten.

Wer nun noch genauer wissen will, worum es am vergangenen Donnerstag genau ging, dem empfehle ich, diese Seite zu lesen: https://stuttgart.sprechstation.de/?page_id=108 .
Und eine Darstellung, worum es bei Poetry Slams generell geht, gibt es zum Beispiel hier:
https://www.soundslikepoetry.de/Slaminfo.htm .

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026 Maier-Lyrik

Theme von Anders NorénHoch ↑