Lyrisches von Helmut Maier

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TRAUER

Eine SchülerInnengeneration in der Region Stuttgart ist traumatisiert.
Nun sind auch schon Bäume im Schlosspark gefallen.

Ist die Demokratie
in Baden-Württemberg
schon ganz

tot?

Oder kann sie
wiederbelebt werden?

3. Oktober 2010.
Dem Württembergischen Kunstverein möchte ich ganz persönlich für die Haltung danken, über die hier berichtet wird: hier.

Stuttgart: Alarm, Alarm!

A C H T U N G:

A L A R M :
Donnerstag, 30.9. möglicherweise nicht erst ab 15 Uhr GROSSEINSATZ der Polizei geplant, DER MITTLERE SCHLOSSGARTEN soll komplett abgeriegelt werden

Siehe diesen Bericht!

23 Uhr: Leider muss ich vom zum Teil äußerst brutalen Polizeieinsatz ausgehende bürgerkriegsähnliche Zustände konstatieren, die offenbar noch anhalten.

Mir tun vor allem die Schülerinnen und Schüler leid, die zum Teil schwer verletzt wurden und sicherlich zum großen Teil traumatisiert worden sind. Dabei war ihre Schülerstreik-Demonstration am Morgen angemeldet!

Ich selber habe ab Mittag erst einiges davon mitbekommen und bin am späteren Abend erschöpft nach Hause zurückgekommen.

Großdemo

Die Esslinger Initiative gegen Stuttgart 21 trifft sich am Freitag, den 24.9. um 17.30 Uhr am Rathausplatz zu einer Auftaktkundgebung. Wir ziehen dann durch die Bahnhofstraße und fahren um 18.18Uhr mit der S-Bahn nach Stuttgart.

In Stuttgart dann:

18:30 1. Gruppe Honey Pie
19:00 Schwabenstreich Walter Sittler
19:02 Rede Walter Sittler
19:10 Demobeginn mit Gruppe Honey Pie
ca 20:12 Rede Dr. Jakob Sierig, Geologe
ca 20:25 2. Gruppe Three Times a Lady

Räumung der Zeltstadt gegen Stuttgart 21

Meldung der Parkschützer:

Stuttgart, 19.9., 7:35: Massive Polizeikräfte aus ganz Süddeutschland haben eine im Stuttgarter Schlossgarten gestern Nachmittag entstandene Zeltstadt aus über 200 Zelten gegen Stuttgart 21 zum Teil zweireihig mit Mannschaftswagen umstellt und beginnen mit der Räumung. Die Polizei hat auch Kräfte zur Räumung der vier Baumbesetzungen von Robin Wood und den Parkschützern vor Ort.

“Diese Machtdemonstration gegenüber den absolut friedlichen Aktivisten gegen Stuttgart 21 an einem Sonntag Morgen spiegelt die Angst der Politik vor ihren Wählern wider”, sagt Fritz Mielert, stellvertretender Pressesprecher der Parkschützer. “Das Projekt ist mit über 10 Jahre alten Planungen technisch ”“ wenn überhaupt ”“ sehr schwer beherrschbar, verkehrstechnisch ein immenser Rückschritt für den gesamten Südwesten, ökologisch eine Katastrophe, städtebauerisch absolut unnötig und finanziell ein Desaster für ganz Deutschland. Hier zeigt sich, wie wenig die Politik ”“ insbesondere Ministerpräsident Mappus, Finanzminister Schäuble und Verkehrsminister Ramsauer an Lösungen arbeiten, die der Bevölkerung dienen.”

7.42: Meldung von Robin Wood:

Es kommt zu recht rabiaten Szenen seitens der Polizei, ein Protestierender wird nicht weggetragen sondern verknüppelt.

7.51: Meldung von „Bei Abriss Aufstand“

Zeltstadt bis auf „zeltartige Konstruktion“ eines Hungerstreikers komplett verschwunden.

Marsch

Wie weit auch das Auge blicket:
nur Ruinen ringsumher.
Ach, sie wolln, dass ihr euch bücket.
Schultern tragen ach so schwer.

Dem Zwang werden wir weichen.
Doch mächtig sind die Zeichen
der Zeit.

Und wenn sie dann Bäume fällen,
altehrwürdig in dem Park,
werden wir dann doch am hellen
Tag noch so voll Hoffnung stark

demonstriern gegen das Unheil,
das auch dann noch kommen mag?
Haben wir dann auch noch Anteil
an der Hoffnung neuem Tag?

Dem Zwang werden wir weichen.
Doch mächtig sind die Zeichen
der Zeit.

Ach, wer kämpft, der kann verlieren,
wer´s nicht tut, der hat ja schon
aufgegeben zu marschieren,
kennt nur noch den Trauerton.

Dem Zwang werden wir weichen.
Doch mächtig sind die Zeichen
der Zeit.

Nein, es muss doch weiter streiten,
wer nicht ganz verlieren will.
Vorwärts müssen wir doch schreiten,
gegen allen Overkill.

Dem Zwang werden wir weichen.
Doch mächtig sind die Zeichen
der Zeit.

Ergreifende Szenerie

Der Doppelregenbogen
über dem halb abgerissenen
Nordflügel des Bonatz-Baus
trotzt der Trauer.
Sie mag die
50 000 Demonstrierenden
übermannen.

Seine Verheißung aber
wird uns ergreifen.

...

...

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