Mein Haselnuss-Strauch
ist Futterplatz geworden
für viele Vögel.
Ich habe in den Zweigen
Meisenknödel aufgehängt.
Lyrisches von Helmut Maier
Mein Haselnuss-Strauch
ist Futterplatz geworden
für viele Vögel.
Ich habe in den Zweigen
Meisenknödel aufgehängt.
Es wird sich besser sterben lassen, wenn die Liebe Lebenskraft „geraubt“ hat – und nicht der Kampf um den eigenen Status.
Du willst noch was von den Linsen?
Dieser Wunsch ging in die Binsen!
Ich hab alles schon gegessen.
Ich bin eben sehr verfressen.
Du willsch no was von de Leisa?
D e n Wonsch gibsch jetzt halt de Meisa.
I han da ganze Reschd scho gessa.
I be h a l t so reacht vrfressa.
Alt u n d jung gleichzeitig zu sein – das ist Lebensglück!
Das Patriarchat ist so in die Jahre gekommen, dass es inkontinent geworden ist.
Zuzuschauen,
wie ein Kind das erste Mal steht,
wenn es gar ohne fremde Hilfe erstmals
sich so aufgerichtet hat
und kaum erkennt,
welche Leistung das war,
das ist gewisslich
Glück.
Der November frohlockt früh dieses Jahr.
Schon im Oktober! Mit grauen Schleiern.
Zu früh?:
„Glaubt nur nicht,
dass ich nicht auch andere Tage haben werde.
Vielseitig kann ich sein.
Kann April und kann Mai,
wenn es Not tut.“
Ach ja, aber Sommer kannst du wohl nicht.
Aber ich will kein Prophet sein wie du.
Die Fühler ausstrecken
ins Anderswelt-Reich
spare ich mir für später.
Fürwitzig Flagge zu zeigen
angesichts der fallenden Blätter,
der gelb gefärbten, von den Birkenzweigen,
reckte der Haselnussstrauch mutig
ein paar grüne Sprossen empor,
als ob Sommer wäre oder gar Frühling.
keck mutmaßend, es wäre noch Zeit
nach dieser langen Trockenheit,
mit Hilfe des lange ersehnten Regens
erneutes Wachsen noch zu erleben.
Und ein paar übergroße Blätter
wedelten stolz im wehenden Wind.
Woran sich manche im Leben rieben,
wird nichtig, wenn den Saft sie der Reben lieben.
Zweierlei kann meine Angst tun:
Sie kann lähmen mich oder warnen.
Wobei wohl setzt sie heilsame Kräfte frei?
*ein Achtundzwanziger
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