Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Der Markt macht’s n i c h t – aber die Solidarität!

In vielerlei Artikeln der Franhkfurter Rundschau (vor allem heute) kommt zum Ausdruck, dass die Gefahr besteht, dass n a c h der Corona-Krise die Wirtschaft genau so weiterlaufen wird wie bisher – und dass das (natürlich) nicht so bleiben darf: denn die Gefahren, die durch die Corona-Krise deutlich geworden sind, hängen ja alle miteinander zusammen: ob das die Klimakatastrophe ist oder die Bezahlung (wirklich) systemrelevanter Berufe wie der des Pflegedienstes an unseren Hospitälern oder die Einzelnen, die mit Kunst versuchen, den Menschen klarzumachen, worum es wirklich geht bei der Ausgestaltung der Demokratie und so weiter.

Im F r e i t a g von heute findet sich auf Seite 5 fast eine ganze Seite unter dem Titel „Der Markt macht’s nicht“ von Kathrin Hartmann. Die beginnt mit einem „geleakten“ (also etwa „nicht autorisierten“) Bericht der Bank JP Morgan Chase, in dem steht: „Wir können katastrophale Entwicklungen nicht ausschließen, die das menschliche Leben an sich, wie wir es kennen, bedrohen.“ „Der Bericht beschreibt nicht die Corona-Pandemie, sondern die Folgen der Klimakrise.“

Die Corona-Krise zeige jedoch offenbar, dass Regierungen zum Wohle aller handeln könnten, wenn sie nur wollten. Aber sie werden nicht automatisch dazu neigen, diese Möglichkeiten auch für andere Bereiche (also der Klimakrise!) einsetzen. Sie setzen sie ein, „weil unser Gesundheitssystem der Pandemie sonst nicht gewachsen wäre“, für das sie selber verantwortlich ist.

Diesen in Wirklichkeit bestehenden Zusammenhang zwischen Corona-Krise und Klimakrise schildert der Artikel nun ziemlich genau. Die Schlusszusammenfassung heißt entsprechend:

„Die globalen Bewegungen, die die ökologische und soziale Frage zusammendenken, müssen gerade in Zeiten der Pandemie gestärkt werden. Darin muss die derzeit vielgerühmte Solidarität aufgehen. Sonst ist es keine.“

Der grell gelbe Umhang

Beim Schneefall heute
Ende März
am Tag von Niederschlägen
zwischen Schönwettertagen,
wann der Schnee nicht liegen bleibt,
erinnere ich mich:

Vor etwa einer Woche
sah ich zwischen den Büschen
vor meinem Haus
eine Sekunde lang
einen Jungen durchrennen
mit grell gelbem Umhang,

der sollte ihn
wohl vor dem Regen schützen,

bis ich erkannte:
das war ein ausgewachsener Mann,
ziemlich groß,
eben in dem gelben Umhang,
der recht kindlich aussah,
rannte nach links durch

und weg war er ”¦

Ist’s gerade nicht aktuell?

Ich muss wohl warten,
warten, bis die Corona-Krise
abgeflacht ist.
Dann kann ich wiederkommen,
kann nochmal meinen Vorschlag bringen,
dass dieses Mal
wenigstens
die Reichen zahlen sollen,

wenn’s darum geht,
die Riesensummen
für die Bewältigung der Krise
endlich aufzubringen
– für die Reichen ein kleiner Tribut fürwahr –
und ihren Beitrag
wenigstens
diesmal zu erbringen

und ein bisschen Gerechtigkeit
für den Ausgleich „räuberischer Ersparnis“
endlich zu ermöglichen.

Oder ist’s doch aktuell?

„Diesmal müssen die Reichen zahlen“

So las ich es – fast jubelnd – in der Frankfurter Rundschau (allerdings n u r auf der „Meinungs“-Seite).
Aber genau das schwebte mir ja auch vor, wenn ich davon sprach, man könne doch gleich das bedingungslose Grundeinkommen ausbezahlen!

„Angela Merkel hat Recht“ – so der Autor des „Gastbeitrags“, Heinz Josef Bontrup auf Seite 10 der heutigen Ausgabe: „Wir brauchen jetzt eine gesellschaftliche Corona-Solidarität. Im Gegensatz zur Kanzlerin, die nicht mit einem Wort sagt, was sie darunter versteht, sage ich: Die reichen privaten Haushalte werden sich in dieser Krise für ihre „räuberische Ersparnis“ (Keynes), und damit der zumeist getätigten Aneignung von Arbeit anderer, solidarisch verhalten müssen.“

Eine zehnprozentige Vermögensabgabe sieht er für die Dauer von nur 3 Jahren für sie vor – bei einem Freibetrag von 100 000 Euro! Das wäre ja wirklich kaum vergleichbar mit dem sogenannten Solidaritätsbeitrag bei einer früheren Krise!

Schlimmer – oder besser?

Ich fürchtete schon:
Alles wird immer schlimmer!
Aber gibt es bei der Corona-Krise
nicht doch Hoffnungsvolles?

Ist nicht die Grundsicherung
(die bedingungslose!)
das billigere Mittel,
alle rasch zu bedienen,
die es nötig haben?
(Man kann doch mit der Steuererklärung
bei den Reichen
alles wieder holen!).

Aber ist die Lage noch nicht schlimm genug?
Tja, wenn Ihr alle helft? ……..

Das namenlose Flüchtlingselend

Viel mehr Leid kommt über die Welt
durch die Klimakatastrophe
als durch den Corona-Virus.
Doch wen kümmert’s?

Was tun die Verantwortlichen
denn
für Klimagerechtigkeit?

Wen denn
kümmern die Flüchtenden,
die vor der Katastrophe flüchten müssen
und kein Asyl finden,
das zumutbar wäre?

Und wer
tut genug, dass wir es nicht erleben
müssen?

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