Eine Zimmerfrau
muss noch lange nicht
die Frau
eines Zimmermanns sein,
der eine Affäre hat
mit einem Zimmermädchen.
Sie sind noch nicht
einmal alle
Zimmerleute.
Lyrisches von Helmut Maier
Eine Zimmerfrau
muss noch lange nicht
die Frau
eines Zimmermanns sein,
der eine Affäre hat
mit einem Zimmermädchen.
Sie sind noch nicht
einmal alle
Zimmerleute.
In der Ruhe und der Erinnerung liegt die Kraft für Erneutes.
angeregt durch Poesie im Duett
Der Wind schüttelt Zweige,
Bedeckt mit Kirschblütenschnee
Vor dem Blaugrund eines
Sommerschwangeren Frühjahrs.
Vom Kirschholz geliehener
Rötlicher Ton, in den Schatten gestellt
Von den grünumschlossenen Blütenständen,
Zahnpastaweiß prangend
Auf den kaum bewegten Ästen
Des Birnbaums nebenan, scheint
die Schneehäufchen zu halten.
Noch schneit es die Blütenblätter
Nicht zu Boden. Sie haften
Noch bis zur Bestäubung.
En Schduagert* hot´s halt Berg ond Hiegel
Drom gibt´s dia Tunnel schdatt de Fliegel.
Doch Schdäffala gibt´s au zu Hauf,
do schdapft m´r halt mol na mol nauf.
*alias Schduggard (siehe italienisch: Stoccarda), Schduttgart, Stuttgart
Vorsüzien müssten
sie vielleicht heißen
inzwischen.
Sie sind ja heimisch geworden
bei uns
inzwischen.
Wenn ich die Vorstadtstraße
hinabschaue, lugen
die gelben Gäste
aus Ostasien
aus jedem Vorgärtchen heraus.
Einen schönen Akkord bilden sie
besonders unter dem Blau
des Frühlingshimmels
mit den Wertstoffbehältern,
den schwarzen,
mit ihren gelben Deckeln,
aufgereiht beide
als Perlenschnur;
diese maßgerecht
Abstand haltend
von der Straße,
so dass der Gehweg
frei bleibt vor der Leerung.
Auch diese sind
heimisch geworden
bei uns
wie die (ach so!: )
Forsythien.
Und mit diesen Eindrücken von Gründonnerstag wünsche ich Euch schöne Ostern. Bis danach wieder!
Wenn ois von de Nicht-Schwoba
Wender ond Wendehals
net en Verbendong brengt,
isch dia Persoo
scho reacht guat
em Schwäbischa
– odder se isch jenger als wia
siebnazwanzig.
*mit Einsprengseln von Honoratiorenschwäbisch und gendergerechter Sprache
Der Lohn für das Lauschen
aufs Klingen der gelben Osterglocken:
der Klang der osterglockenhellen
Töne aus der Kinderkehle:
Sonnengelber Dialog,
kontrapunktisch gesetzt
in Höhen und Tiefen,
wiedergebend die großen
und kleinen Blüten,
in einzelnen Klängen,
in chorisch gesungenen
Melodiensträngen,
hörend einer auf den andern,
in Tänzen und Trillern,
in denen es das erlebt, das Kind,
was es erfunden.
Vorbei isch d´r Wender,
v´rendra kennder
so viel, d´r Friehleng ”“ oh Kender:
Gar ällas g´sender
macht halt au der net.
Ich sah mal einen Lieferwagen.
Was ich da las, ich kann´s kaum sagen:
Da stand in schönstem Englisch drauf,
was mir nicht eingeleuchtet hat:
nur BAD DESIGN war da zu lesen,
war man nicht eben ganz dichtauf.
Was ist denn das hier grad gewesen?
Ach, angesprochen war nur das Design vom Bad!
bis 6. April
– sozusagen ein Blogfasten …
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