Zwischen Sommerknotenblume
und Knoblauchrauke
prangt in junger Frische der
sich verschämt gebende
Apfelbaum, errötend
ob seiner Blütendichte
und der angeberisch weiß
sich spreizenden Lippen
der Blüten des Nachbarn,
dessen Zweige sich aalen
in der Wärme der Sonne.
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Die Fülle der Farben
Fängt meine Blicke
Bald hier und bald dort
Füllt meine Seele
Wieder und wieder
Mit Köstlichstem auf.
Wo Frühling und Sommer
Sich küssen und kosen
Wo Blau und wo Grün
Träumen vom alles verbindenden
Regenbogen-Erneuern
Aufsaugen will ich sie
Und sie vergeuden
Mit Freuden.
Das Wiesenschaumkraut
bereitet dem Sommer
den rechten Willkomm.
Selber umgeben
vom saftigen Grün
des sprießenden Grases
bedenkt es
den kommenden Prinzen
der lebenbringenden Jahreszeit
mit dem Titel
schaumgeboren zu sein.
Schleimbeutelentzündung
(für mich als Rechtshänder: )
zum Glück
in der linken Schulter.
Wie glücklich bin ich,
dass ich inzwischen
wieder beide Arme
so weit heben kann,
mir mit beiden Händen
wieder selber
den Kopf zu waschen.
In tagessatten Farben
malt sich das Land
und aus den wein- und
weizenbestandnen Hügeln ragen
einzeln Gebüsch und Bäume heraus
und kennzeichnen die aus der Ebene
sich hebenden Gefilde
für alle, die an einem Morgen gingen
und nun wiederkehren.
Und aus den Eichenwäldern,
den niedrig wachsenden,
lugen die Schattenwesen schon
der Nacht, die noch die Augen
sich reibt.
Am Wege warten
Zichorien im treuen Blau,
noch heiß vom Tag
und ihre Augensterne leuchten
und träumen noch von
ungestörten Schmetterlingen.
Es war ein Tag.
Doch bleibt er noch,
bis an der Welten Grenze
das letzte Licht erlöscht
in rosaroten Wölkchen.
Eine Zimmerfrau
muss noch lange nicht
die Frau
eines Zimmermanns sein,
der eine Affäre hat
mit einem Zimmermädchen.
Sie sind noch nicht
einmal alle
Zimmerleute.
In der Ruhe und der Erinnerung liegt die Kraft für Erneutes.
angeregt durch Poesie im Duett
Der Wind schüttelt Zweige,
Bedeckt mit Kirschblütenschnee
Vor dem Blaugrund eines
Sommerschwangeren Frühjahrs.
Vom Kirschholz geliehener
Rötlicher Ton, in den Schatten gestellt
Von den grünumschlossenen Blütenständen,
Zahnpastaweiß prangend
Auf den kaum bewegten Ästen
Des Birnbaums nebenan, scheint
die Schneehäufchen zu halten.
Noch schneit es die Blütenblätter
Nicht zu Boden. Sie haften
Noch bis zur Bestäubung.
En Schduagert* hot´s halt Berg ond Hiegel
Drom gibt´s dia Tunnel schdatt de Fliegel.
Doch Schdäffala gibt´s au zu Hauf,
do schdapft m´r halt mol na mol nauf.
*alias Schduggard (siehe italienisch: Stoccarda), Schduttgart, Stuttgart