Fromm ansagen
den Sommeranfang.
Demütig werden
angesichts der Kürze
der Nacht,
des Jahres,
des Lebens,
des Seienden,
des Genusses, selbst
mit allen Sinnen:
des Unendlichen
im Augenblick
des Erlebens.
Lyrisches von Helmut Maier
Fromm ansagen
den Sommeranfang.
Demütig werden
angesichts der Kürze
der Nacht,
des Jahres,
des Lebens,
des Seienden,
des Genusses, selbst
mit allen Sinnen:
des Unendlichen
im Augenblick
des Erlebens.
SOMMERANFANG
FROMM ANSAGEN
Gerundete Räume im Fels.
Zukunft wurde geschürft.
Bewahrung der Ahnen.
Bewährung für Kommendes.
Vertauen auf Bewährtes.
Verwandlung ins Zupackende.
Grün tropft Erinnerung
Aus dem Klingen des Pianissimo.
Wirbel der Klangwellen
Schwingen ums Runde,
Das Beharrliche
Des Eckenvermeidens.
Und Vertrauen ins Bleiben
Erweckt die Stimmen
Der Weisung.
Gleich welche Art von Schnur
es sei, so dachte wohl die Stasi einst,
sie führe den SED-Staat
wohl sicher aus dem Labyrinth,
in dessen Mitte der doch nie
war angekommen, wie ich denke.
Ob Schnur, ob sonstwer oder Böhme,
egal aus welchem Stall er köme,
man brauche ihn um zu zersetzen,
was ja vielleicht den Bauernstaat zerfetzen
einst in der Lage sei. Doch schwammen sich
Oppositionelle von ihr frei. Doch sicherlich
verirrten sich so manche im Gewirre
dadurch. Es war auch wirklich irre,
dass solche Leute unbesehen
einschlichen sich. Doch konnte es geschehen.
Wie schade!
Ist es möglich
Als IM Jessenin zu lieben?
Ist es möglich
Als IM die SDP zu gründen?
Ist es möglich
Als IM weiterzuleben?
Was muss oder müsste man
Abspalten vom Leben?
Wie kann oder könnte man
Ohne das Abgespaltene
Leben?
Glaub”˜ ich manchmal nicht daran,
vieles könn”˜ man ändern,
tu ich´s dann doch irgendwann
trotz den vielen Blendern.
Ignorieren kann ich sie,
das versteht von selbst sich,
doch mitnichten und auch nie,
denn ich bin ja sterblich.
Doch die Dummheit, glaube mir,
die bleibt für unendlich,
Ewigkeit ist ihr Revier.
Und ich bin empfindlich.
Drum bleibt ja im Leben nur,
sag”˜ ich unumwunden,
leise legen eine Spur
hin zu bess´ren Stunden,
wo die Weisheit dann regiert
doch so zwischendurch auch,
welchen Glauben ungeniert
ich fürs Wohlsein schon brauch”˜.
Ach, ich brauch”˜ es, brauch es schon:
Manches soll sich ändern.
Kommentargedicht von Paul Spinger:
Was ein alter Knabe glaubt,
Ist nicht immer nur verstaubt,
Wie die grauen Haare.
Er verliert die Illusionen
Und muss seine Knochen schonen,
Doch er weiß ums Wahre.
Kommentargedicht von Brigitte Fuchs:
Ja, die alten Knaben
rütteln an den Staben,
wissen – wie die Raben –
Anderes wär zu haben”¦
Und die alten Frauen
kennen das und schauen,
hören zu und bauen
auf beiderlei Vertrauen.
Kommentargedicht von Elsa Rieger:
ich sehe leben
ein gesicht überzogen
mit zerfurchten
sonnenstrahlen
die sich um
augen fälteln
darin jahrzehnte
noch immer lächelnd
Eine weitere Inspiration durch meinen Text von Hermann Josef Schmitz:
alte männer
reisten durch das unruhige land
sie belohnten sich
mit bunten programmen
über falsche versprechungen
für ihre vergehen
flammende reden wurden
zu kaskaden der beruhigung
graue männer
reisten durch das entlebte land
sie verkauften die bescheinigungen
für ein neues leben
aus bodenlosigkeit
kleinlaut entzog sich
die gerechtigkeit
den verbreiteten lügen
starre männer
reisten durch das brennende land
vergriffen sich an freiheit und moral
mädchen sangen keine lieder mehr
hatten einen viel zu hohen preis bezahlt
in den städten brannte wut
wild und unbeherrscht
verging der sommer
müde männer
reisten durch das vereiste land
im gepäck sich selbst
vergessen wo sie einst geboren waren
Gold suche ich
Hinter den Grenzen
Meines Gärtchens
In dem Gekiesel des Flüsschens.
Edelsteine suche ich
Auf der Expedition
In die Sandflächen
Hinter den fischreichen Gestaden.
Anerkennung suche ich
In meinem Tun
Gegen Bezahlung
In beständigen Werten.
In dem Gekiesel
Welcher Sphären
Finde ich
Das Glück?
Kaum in einer anderen Sparte der Literatur treffen sich so sehr zwei Etymologien von „Dichtung“ wie in der Lyrik: dass jemand etwas zu sagen weiß und dass jemand etwas ‚dicht‘ sagen kann.
Manchmal aber streiten sie heftig!
D a s gönne ich meinen Stuttgarter Parteigenossen geradezu. Warum musste die Stuttgarter SPD sich auch für Stuttgart 21 starkmachen?
Goldhimmel
kontrastiert von Dunkelwolkenungetümen,
golden leuchtend
die Nachbarhaus-Vorderwand.
Nur wenige Minuten
bis zum Sonnenuntergang.
Dann fällt die Blässe
des Nichtssagenden
über die Welt.
Nur die Erinnerung bleibt
und treibt Blüten.
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