Kaum in einer anderen Sparte der Literatur treffen sich so sehr zwei Etymologien von „Dichtung“ wie in der Lyrik: dass jemand etwas zu sagen weiß und dass jemand etwas ‚dicht‘ sagen kann.
Manchmal aber streiten sie heftig!
Seite 255 von 302
D a s gönne ich meinen Stuttgarter Parteigenossen geradezu. Warum musste die Stuttgarter SPD sich auch für Stuttgart 21 starkmachen?
Goldhimmel
kontrastiert von Dunkelwolkenungetümen,
golden leuchtend
die Nachbarhaus-Vorderwand.
Nur wenige Minuten
bis zum Sonnenuntergang.
Dann fällt die Blässe
des Nichtssagenden
über die Welt.
Nur die Erinnerung bleibt
und treibt Blüten.
Es begab sich aber zu der Zeit,
als die Politiker alle aufriefen,
doch an der Europawahl teilzunehmen,
dass nur mit viel Trickserei
(Kommunalwahlen auf den selben Tag
zu legen; Pfingstferien zu verlegen)
eine noch schlechtere Wahlbeteiligung
zu verhindern war, vielleicht auch
deswegen, weil die Zuversicht
in die Lösungskompetenz für die vielen Probleme
sehr schwankend war, zum Beispiel,
wie der Frieden weltweit zu sichern wäre,
gar mit friedlichen Mitteln. Da begab es sich,
dass das europäische Volk wieder einmal
nicht die Vertretung hatte, die ihm entsprach,
oder doch?
Das Kommentargedicht von Petros dazu:
Wählbar sein,
Sich nicht stellen.
Wählen können,
Nicht gehen.
Die Qual der Wahl,
Augen zu… Vergessen.
Die Wahl der Qual,
Das größere Übel.
Wer raubt schon
Eine Europa?
Ein Ochse vielleicht.
Der… ohne Hörner.
Überleben ohne zu leben wäre tödlich.
Hier das Kommentargedicht dazu von Paul Spinger:
Wenn wir nur noch existieren, Dumpf im Alltag uns verlieren, Werden wir uns nicht gewinnen. - Existenz wär' ganz "von Sinnen".
Ich bin „literarischer Autor im Sinne der Bibliothek“ des Deutschen Literaturarchivs Marbach.
(Gebrauchsanweisung zur Verifizierung: Hier klicken
und dann „Helmut Maier“ unter Formale Suche/Name eingeben und bei ‚Suche‘ anklicken. Hier ein Häkchen bei Nr.4 – dann ‚Vollanzeige‘ anklicken – voila)
Mädchen- und Mutterbrüste
in die Ebene gestreut.
Wohnplätze der Ahnen
in Begrenzungen beherbergt,
behausend die felsigen Räume.
Ruhepunkte fürs Auge.
Aus der Bläue des Himmels
Wölkchen geboren,
aufgequollen zu Watteschiffchen.
Zum Defilee treibt sie
der Ostwind
vorbei vor dem wölkchengleichen
Sichelmond des Tages
und sie ehren die Zeiten
der Zeit.
Zerflettert, verweht
zerfließen sie wieder
ins Blau,
um zur Geltung zu bringen
die neuen, die folgen.
In der Bläue verschwimmt
Ort und Zeit.
Schuld ist Zukunft,
sagt die eine
der drei Nornen.
Ohne Dornen,
wie ich meine,
sie zu wollen: Unvernunft.
Sich aufbäumend
in Nuraghen
mit den Zyklopenmauern,
bewahren wollten sie
ihre Unschuld der Insel.
Wie aber unschuldig bleiben,
wenn Verehrung der Schwerter
das Zeichen ist
der Bereitschaft,
Gewaltfreies sich
gewähren zu lassen
durch gewaltige Massen
von trutzigen Steinen?
Dabei war noch immer
rund ganz
der Grundriss des Denkens,
wölbte sich über ihnen
die Halbkugel
des Himmelsgewölbes
im Steingewölbten
uralter Traditionen
beim täglichen Ringen
ums Leben, dem weitergereichten
von weither.
Und die Punier hatten es leicht
und die Römer,
endlich zu etablieren
das Rechteck des Rechthabens
und ihr Reich
zu errichten.
