Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Die Freiheit des Labyrinths

Die Freiheit des Labyrinths
die unfreiwilligen Windungen
mitzumachen im Bewusstsein
der erträglichen Zumutung.
Gewissheit der Ankunft,
Sicherheit in der Unsicherheit,
Zutrauen in den Gang der Dinge
ohne Zwang des Bestimmtwerdens.
Unterwerfung unter die guten Regeln
ist mehr Freiheit
als der Drang zu siegen
im Wirtschaftskampf der Mächtigen.

Kommentargedicht zu „Neues Jahr“ von Barbara.

Petros hat lürisch/lyrisch so geantwortet:

“Unterwerfung unter die guten Regeln
ist mehr Freiheit
als der Drang zu siegen
im Wirtschaftskampf der Mächtigen.”

Ja, schreiben wir uns das ins Heft.
Ja, schreiben wir uns das auf Herz und Hand.
Ja, gehen wir den Weg der guten Regeln.
Und: Halten wir aus.
Machen Glauben und Hoffnung
Zu unserer Gewissheit in ferner Nähe.
Ja, schreiben wir uns das in Heft
Und bieten den anderen an,
Es uns gleich zu tun.

Die gute Reise*

Guten Gewissens fuhr ich einst
noch nach München nur wegen einer
Portion saurer Lüngerln mit Semmelnknödeln.

*ein „Deutscher Dreizeiler

Curt hat dankenswerter Weise schelmisch mit einem Deutschen Dreizeiler folgendermaßen nachgefragt:

Worin besteht der Unterschied
zwischen einem Besuch der Tante
und Suche nach sauren Lüngerln mit Knödeln?

Manko?

Leider habe ich nicht
Anstand gelernt.

Ich protestiere
gegen Beschlüsse
von Parlamenten.
Ich rufe: „Mappus weg“.
Ich schreie: „Lügenpack“.
Ich verletze
die Bannmeile des Landtags.
Ich bin ein Wutbürger.

Leider habe ich nicht
Anstand gelernt.
Nicht gedient habe ich
als Objekt
des Weggetragenwerdens
bei der Blockade.
Ich habe mein Augenlicht
nicht verloren
beim Angriff der Wasserwerfer.
Ich wurde nur nass.

Ach, leider habe ich nicht
Anstand gelernt.
Ich habe nicht gedient,
hab”˜ mich gedrückt
um den Dienst
bei der Bundeswehr.
Anstand habe ich also
nicht gelernt.


Hier die lürische/lyrische Antwort von Petros:

Der Anstand…
1. Da sitzt der Politiker,
Seine Lüge im Anschlag
das Volk zu erlegen!

Der Anstand…
2. Da sind die BürgerInnen
glauben, was er gelernt haben,
Und gehen blind von der Lichtung.

Der Anstand…
3. Misst den Abstand
Zwischen politischem Adelsstand
Und menschlichem Verstand.

Der Anstand…
Welch ein Umstand,
Welch ein Umstand,
Welch ein Umstand.

Anagramm-Salat 2011

ZWEITAUSENDELF

FEE WINSELT DAZU
TUS DA ZWEI ELFEN
ZUWEILEN DA FEST
ADE ZWEIFELS TUN
AUFWEISEND ZELT
AUFLESEND WITZE
LAUFENDE ZWISTE
ZWEI LUSTFAEDEN
ZWEITENS FEUDAL
WIELAND SEUFZTE
LADE ZU WEINFEST
LADE WEISE ZUNFT
ZU WALDES TIEFEN
FAND ZEILE WUEST
FEE WEIST LAND ZU
SAUFE EDLEN WITZ
DU SENAT ZWEIFLE

TAUSEND ZWEIFEL

Noch deckt’s der Schnee

Noch deckt der Schnee das Zukünft’ge.
Noch ist er tief und fest gefroren.
Doch ahn‘ ich schon, was unter ihm dort wartet.


Mit diesem Deutschen Dreizeiler grüße ich alle Leserinnen und Leser und wünsche schon heute einen guten Beginn des neuen Jahres 2011.

Sehr passend der kommentierende Deutsche Dreizeiler von Syntaxia hier:

Er deckt es zu und wärmt zugleich
Was für uns nicht offen sichtbar ist
So setzt der Winter auf unser Vertrauen

Und hoffentlich war ich nicht zu vielversprechend, wenn Curts glänzender Deutscher Dreizeiler d a s vermutet:

21”¦?

So wie wir Dich langsam kennen
wirst Du uns nach dem Tauen nennen
was Du dort oben doch noch gefunden hast

Bruni hat folgendermaßen lyrisch geantwortet (und mir damit ganz aus der Seele geredet):

ICH ahne die grünen Spitzen,
die bisher noch im Boden sitzen,
ich ahne die Hoffnung auf Frühling,
noch wär es zu früh,
doch es kribbelt schon leicht
in meinen Fingerspitzen;
ehrlich gesagt, ich möchte nicht mehr
nur im Weißen sitzen ”¦

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