Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

Seite 188 von 302

Frage*

Soll man Murks und Unrecht dulden,
weil die Mehrheit nichts dagegen hat?
Ist das etwa der Sinn der Demokratie?

*ein Achtundzwanziger: https://www.maierlyrik.de/blog/der-dreizeiler-mit-dem-namen-achtundzwanziger/

Das verkrüppelte Birkchen*

Nur wenig herausgewachsen
aus dem Schotter neben den Gleisen,
bald aber ganz abgewendet vom Fahrtwind,

aufgerichtet gen Himmel wachsend dann
ein Weilchen und doch schließlich geköpft.

*ein Janka: https://www.maierlyrik.de/blog/der-janka/

Das Kommentargedicht von Bruni ( https://www.wortbehagen.de/index.php ) will ich Euch nicht vorenthalten; es muss natürlich ins Offene:

ein Birkensprößling,

wild gewachsen,
unerwünscht
doch kaum beachtet
weil verwachsen
scheel betrachtet

platt gewalzt
und abgeholzt

endlich Ordnung
nix mehr stört

Birkensprößling
war verkrüppelt,
heißt verkehrt

Reste einfach
weggekehrt

Das dauert …

Bettina Gaus meinte in der „sonntaz“ vom 26./27. 11. 2011 auf S. 20:

„Die Erfahrung lehrt, dass sich schmerzhafte Entscheidungen auf Dauer weder ohne sachverständigen Rat noch ohne Zustimmung der Bevölkerung durchsetzen lassen.“
Wie lange das dauert, bleibt aber offen – genauso wie die Frage, ob schmerzhafte Entscheidungen immer die richtigen sind (ob also der sachverständige Rat auch befolgt wird).
Immerhin sagt sie am Ende des Artikels, dass es notwendig sei, „… um Zustimmung zu werben. Aber das ist mühsam. … Demokratie macht ziemlich viel Arbeit.“
Die machen sich manche „Demokraten“ offenbar nicht – wie man bei Stuttgart 21 leicht sehen kann.

Legitimationsdefizit

Aktiv gegen Stuttgart 21

Aktiv gegen Stuttgart 21

Die Demokratie ist tot,
hat sie nichts weiter
zu bieten als nur
Legitimierung
des Unlegitimierbaren.
Zu Tode gekommen
oder totgeboren,
aber zuzurechnen
den Untoten, Unheil
tragend und bringend
den leidenden Menschen.

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026 Maier-Lyrik

Theme von Anders NorénHoch ↑