Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Unzufriedenheit

Bloß eingeladen sein
gefällt mir nicht;
ich trinke Wein
auch gern im Licht
des eignen Heims
mit einem Gast
und insgeheim(s)
auch gerne mit der Last
Gastgeber auch zu sein
(bestimm auch gerne selbst den Wein).

Bloß lyrisch rein
mag ich nicht reden.
Der Wahrheit Wein
auch noch für jeden
und jede schenke ich gerne ein.

Kommt´s dann der einen
oder auch dem andern
als ne Parole vor,
die er, sie, es soll schrein,
komm ich mir vor,
ich armer Tor,
als müsst ich ziellos wandern
und ob der Ungeduld der andern weinen.
Ach, tränke jedes gerne meinen Wein.

Imbolc

Lichtmess gibt uns ein Zeichen.
Wir Dummen verstehen´s sonst nicht:
Neubeginn gibt´s nicht umsonst:
Vorbereitungen gibt es gar viele,
damit im Märzen der Bauer …
Damit der Beruf des Soldaten
nicht weltweit immer mehr
wird wieder geachtet,
nicht im Namen der NATO
reihenweise die Menschen geschlachtet
und beklagt
als Kollateralschäden die Opfer.
Raus, Deutschland, raus
aus der NATO.
Das gibt ein Lichtmess-Zeichen
zum Jauchzen.

Lichtmess – ein Gedicht von 2008

Das letzte Warten hat begonnen.
Den Atem eines Neuen spür´ ich schon.
Er schlüpft in alle Poren,
begeistert Haut und Haare,
erwärmt das Innerste,
lässt neue Träume keimen
und neue Verse,
die das Licht schon spüren,
das sich in aller Heimlichkeit
ins Tagewerk einschleicht
und plötzlich strahlend scheint,
als wäre immer es gewesen.

Das letzte Warten,
das ist eins des Hoffens
auf ganz gewiss Erwartetes,
auf Schlüsselblumen, Lämmerhüpfen,
auf Maienduft, auf grünend
stetes Wachsen, auf Kraft
des Aufstehns und Inangriffnehmens.

Und letztes Warten ist es nur
im Wissen um ein Wiederkehrendes,
das keinen Leerlauf meint,
kein Hecheln hinter unerfüllter
und hemmend hinkend machender
und träge Dämmerung befördernder
Anford´rung her.
Befreit gebunden an das Leben,
ganz ungebunden an den Todeswillen,
geborgen in dem Glauben an
die glaubenlose Zuversicht
des sprühend in das Morgen Tanzens
im heutigen Genuss
des Kreisedrehens
und des Kreischens.

So lasst ein Lichtlein uns entzünden
und leuchten in die starren Räume.
So lasst uns ruhen in dem Dunkel,
dem immer neu das Licht
den Platz einräumt,
um neue Kraft zu schöpfen.
So lasst das Leben uns erneuen.

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