Einen Quarzkristall in der Hand.
Ich möchte die Kraftflüsse spüren.
Aber ob es reicht für genügend Weisheit?
*ein Achtundzwanziger
Lyrisches von Helmut Maier
Einen Quarzkristall in der Hand.
Ich möchte die Kraftflüsse spüren.
Aber ob es reicht für genügend Weisheit?
*ein Achtundzwanziger
Reformieren ist geboten.
Wer bietet mehr?
Mehr als die Abschaffung
aller demokratisch erworbenen Rechte?
Aller Errungenschaften
eines sozialen Staates?
All dessen, was Renditemachen
so sträflich verhindert
wie BürgerInnenbeteiligung gar
(auch so ein hinderlicher
Sprachgebrauch, so ein komplizierter,
Gerechtigkeit fordernder
– dringend reformbedürftiger)?
Renditemachen der Wenigen,
solange das Volk noch nicht
verhungert und also nicht
aufmuckt?
Zurück also zu der Form,
der idealen,
wie sie üblich war
vor der Demokratie!
Mehr kann die Finanzwelt
doch nicht wollen.
Also kein weiteres
Gebot!
H ändler und Produzent ”“ Heckler & Koch
E xporteur und wichtigster Partner der Bundeswehr
C omputer gesteuerte Fertigung von Handfeuerwaffen
K lein und Infanteriewaffenexporteur in Kriegsgebiete
L ibyen, Afghanistan, Mexiko, Saudi Arabien überall
E rschießen deutsche Waffen auch Kinder und Frauen
R üstungsunternehmen mit Sitz in Oberndorf
& die Genehmigungspraxis der Regierung
K eine Partei hinterfragt die Geschäftspraxis
O berndorfer Waffen werden skrupellos in Krisengebiete verkauft
C DU erhielt von HK in den letzten Jahren siebzigtausend Euro Spenden
H eute gibt es in der dritten Welt kaum ein Land ohne G-3 Gewehre
*Ilona Pagel betreibt hier ein lesenswertes Blog: https://ostseemoewe.blog.de/

So gut wie Blütenträume dieses Jahr
– als Träume wohlgemerkt –
lehrt uns kaum etwas,
wie Hoffnung Mühsal, Durst,
Verzweiflung gar
auch innehat,
obwohl wir wissen,
dass die Kirschenbäume,
Apfelbäume und selbst die Schlehen
in Blüte stehen werden,
Bienen summen
und wir im Grase liegen werden
und der Mühsal
nimmer mehr gedenken.
Und hier ist noch Utas (utatravel.wordpress.com) wunderschönes Kommentargedicht:
wenn immer wieder Schnee die Erde deckt
bleibt kaum der Glauben an das Blühen
und doch treibt unter weißem Tuch
manch Stengel aus und
manche Knospe steigt
Unglaublich ist´s
und ist doch wahr,
was von der Welt wir hören?
Wenn wahr und unglaubhaft
sich medienwirksam oft vermischt,
soll das Vertrauen, das wir hegen,
die Zuversicht der Zweifel stören:
In eine Welt,
die so unglaublich böse,
so machtbesessen, gierig uns begegnet,
da sollen wir hineingehören?
Da sollen wir gar nichts
und alles glauben,
da soll Unwissenheit das Urteil rauben,
und Mächt´ge wollen uns wie Tauben
das unterjubeln, was sie wollen,
dass wir es glauben.
Viel lieber als zu überzeugen
wollen die Mächt´gen uns betören.
Da hilft nur eins,
was sie nicht gerne hören:
dass wir zusammenstehn
und gegen Mächt’ge uns empören.
STEUERFLUCHT
STEUERT FLUCH
FORDERT MIT MIR (wo Ihr es loswerden könnt):
STOPPT DIE WAFFENEXPORTE (schon sowieso in Krisengebiete) – Wir sind bereits weltdritter Waffenlieferant!
STOPPT DEN MILITARISMUS
STOPPT MILITÄRISCHE OPTIONEN
LETZTLICH: LÖST DIE NATO ALS MILITÄRBÜNDNIS AUF!!!
Wenn Ihr das irgendwie könnt: BITTE WEITERVERBREITEN! – BITTE WEITERVERBREITEN! – BITTE WEITERVERBREITEN!
Ich möchte gerne im Vergnügen baden,
entgehn dem Alltag, diesem faden.
Doch dafür tun will ich gern nichts.
Will mich enthalten des Berichts,
den höhere Instanzen von mir fordern,
und einfach das Vergnügen ordern.
Am besten nur in den Gedanken,
an keinen Briefkasten hinwanken
(nicht einmal zu dem Mail-Account,
der auch nicht ohne Mühen raunt).
Und das Vergnügen ganz immateriell,
mir genügt´s schon ganz ideell.
An einer Welt mich zu vergnügen,
wo Menschen sich nicht grundlos rügen
und Rügen auch ganz gern entsagen,
die man an sie herangetragen.
Kurz: eine Welt will ich genießen,
wo´s einfach heißt: Wir wollen diesen.
Wir wollen diesen immer neuen
Weltfrieden und uns drüber freuen.
Wir wollen, dass die andren wollen,
was wir uns wünschen und nicht grollen,
wenn sich die Wünsche ganz erfüllen
für sie und uns in Wundertüllen.
Das Paradies sei so etwas?
Na und? Mir jedenfalls machte das Spaß.
Wenn jetzt, wenn bald der Frühling kommt,
den Winter habt ihr schnell vergessen:
Ein Jauchzen wird sein, so auferstehungsfroh.
Doch ist ein Winter, trotzig und machtverliebt,
eiskalt hält er sich nicht an Jahreszeiten.
Er will im Streben nach dem Machterhalt
auf Dauer und gesichert fortbestehen.
Ihn kümmert Leid der Menschen nicht die Bohne.
Sehr braucht er, auch trotz”˜gen, Widerstand
von uns, damit die Menschen glücklich leben
und einen Sommer wenigstens
in voller Wonne und genug genießen.
können.
Schneebrocken liegen noch
im Geäst des Eibenbusches.
Sind´s Osternester oder
wird Ostern verschoben
um wenige Tage?
Wer aber weiß,
wie kalt es dann sein wird?
Ungewissheit ist
die Mode dieser Tage.
Ach, Wetter der Karwoche,
lass doch noch ein paar Tropfen
auf diesen Eibenbusch fallen.
Verheiße uns doch: Wenigstens
können wir uns noch an irgendwas
halten in diesen Tagen,
die uns so unvertraut waren.
Wir wollen noch unvertrautere Tage
zu ertragen lernen, wenn
nicht alles den Bach runtergeht
in der Schneeschmelze unserer Zeit.
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