
Mund-Art: wie einem
der Schnabel gewachsen ist
und noch verfeinert
Lyrisches von Helmut Maier

Mund-Art: wie einem
der Schnabel gewachsen ist
und noch verfeinert
25. bis 29.07.2013 in Stuttgart:
3. europäisches Forum gegen unnütze und aufgezwungene Großprojekte
Nach dem ersten europäischen Forum 2011 im Susatal in Italien und dem zweiten Forum 2012 in Notre-Dame-des-Landes in Frankreich findet das dritte europäische Forum gegen unnütze und aufgezwungene Großprojekte vom 25.-29. Juli 2013 in Stuttgart statt. Weitere Infos: https://www.drittes-europaeisches-forum.de/
Wir haben unseren Wunsch-Veranstaltungsort für das dritte europäische Forum gegen unnütze und aufgezwungene Großprojekte unter Dach und Fach:
die Wagenhallen.
Die Wagenhallen (Innerer Nordbahnhof 1, Stuttgart) befinden sich im Bauabschnitt C1 im „ein in Bau befindlichen Verkehrs- und Städtebauprojekt zur Neuordnung des Eisenbahnknotens Stuttgart“.
Das unnütze und aufgezwungene Großprojekt Stuttgart 21 ist kein Verkehrs- und Städtebauprojekt, es ist ein Banken- und Immobilienprojekt, das öffentliche Gelder in wenige private Taschen umverteilt. Die Folgen sind Stadtzerstörung und Rückbau der Bahninfrastruktur. Es garantiert Konzernen ihren Profit, widerspricht dem Gemeinwohl und wird mit betrügerischen Methoden, mit brutalen Polizeieinsätzen und Repression gegen GegnerInnen durchgesetzt. Und genau das passiert europaweit in Frankreich, Italien, Spanien ”¦ auch.
Und C1 steht für european Cooperation at 1rst!
Oben bleiben!
A sarà dura!
On ne lâche pas!
Stop unnecessary and imposed megaprojects!
Siehe auch: https://www.maierlyrik.de/blog/2013/07/20/the-european-movement/
Beim Bohnenputzen:
Fäden kommen zum Vorschein.
Gespinst der Nornen.
Siehe, ich sende euch Gegner
der unnützen, aufgezwungenen
Großprojekte im gesamten Europa
(Damit die Demokratie Chancen bekommt)
wie Schafe als Bürger_innen-Schar
mitten unter die Wölfe, die
mit Juristen-Tricks Euch bedrängen,
mit Verfahrens-Tücke Euch quälen:
darum seid klug wie die Schlangen,
und ohne Falsch wie die Tauben
und wehrt Euch!
Euer der Sieg!
Siehe dazu: https://www.parkschuetzer.de/termine/3264
An Mooscht zom Veschber,
guat v´rgoora ond g´lagrat:
Wa witt do no meeh?
Ein Theater im Theater:
auf der Bühne des Theatersaals:
Wasserabgrabungsplaner barbieren uns.
Sie tun´s mit Hilfe von treuen
Tiefbahnhofbefürwortern.
*ein Janka zum Planänderungsverfahren des Grundwassermanagements für S 21
Die Streuobstwiesen
Frisch gemähte Grasflächen
Parklandschaften gleich
Wetteifern möchte zu Zeiten
Mit der Nachtigall silbernem Klang
Ich keinesfalls, wenn mir bewusst wird, wie sehr
Mit Recht die Wüstensituation
Andere Lieder fordert von mir.
*ein Janka
Sterne des Sommers: sie liegen
Einfach rum auf dem blanken Boden.
Sie aufzuheben wäre wohl ein Frevel.
*ein Achtundzwanziger
Beim Prozess gegen Jesus vor dem Hohen Rat sollen Zeugen ihm vorgeworfen haben, sie hätten ihn sagen hören: „Ich werde diesen mit Händen erbauten Tempel abreißen und in drei Tagen einen neuen Tempel bauen, der nicht mit Händen gemacht ist“ (Mk 14,58). Jesus brauchte kein Internet, damit ihm Schlimmeres passierte als dem britischen Touristen, von dem Max Schrems, 25, Gründer der Organisation ‚Europe versus facebook‘ in der sonntaz vom 6./7. Juli berichtet:
„Hast du diese Woche Zeit zum Quatschen, bevor ich Amerika zerstöre? Kuss“, twitterte ein britischer Tourist vor einem geplanten Partytrip nach Los Angeles. Dort angekommen, wurden Leigh Van Bryan und eine mitreisende Freundin verhaftet, für zwölf Stunden festgehalten und ausgewiesen.
So weit aus jenem Bericht. Er hat mich sofort an obige Bibelstelle erinnert, aber auch daran, dass offenbar moderne Demokratien nahe dran sind in solche Zeiten abzurutschen. Möglicherweise hat Leigh das Verb „destroy“ benützt, was ich glatt mal mit „unsicher machen“ übersetzen würde: „Hast du diese Woche Zeit zum Quatschen, bevor ich Amerika unsicher mache? Kuss“ – so würde die Twittermeldung dann heißen.
Wie unsicher müssen sich moderne Demokratien fühlen, wenn sie so überreagieren wie in diesem Fall?
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