Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Wie ist Putin zu behandeln?

Lieber Thomas Spahn, die Analyse ist auf den ersten Blick faszinierend. Aber dann komme ich doch dahinter, dass das nur eine Projektion des neoliberalen Denkens auf das – wie ich sagte: faszinierende – Bild der Straßengangs ist. Gewiss gab und gibt es solche Tendenzen in Russland – auch bei Putin; aber deswegen ‚handeln wie ein Boss einer Straßengang‘? Das ist für einen Vertreter eines wirklich demokratischen Staates nicht nur unwürdig, nein, es ist tödlich. Der Verrat an demokratischen Werten darf nicht einmal dann erwogen werden, wenn es vordergründig als günstig erscheint: Handeln wie der Boss einer Straßengang isoliert in einer Welt, die auf dem Weg zu wahrer Demokratie ist. Dessen könnte sich s o g a r Putin bewusst sein; „westliche“ Politiker m ü s s e n es. Ich glaube fest daran, dass das der einzige Ausweg aus der gegenwärtigen Krise hin zu einer weltweiten Wertegemeinschaft ist, die mit der Gründung der Vereinten Nationen beschritten worden ist.

So weit mein Kommentar zu https://hiram7.wordpress.com/…/23/putin-mensch-und-macht/

Die weitere Diskussion ist leider nur auf Facebook mitzuverfolgen: https://www.facebook.com/wieser.bernhard/posts/4032190019720?comment_id=3143932&offset=0&total_comments=5&notif_t=share_reply

WELTTAG DER LYRIK anstatt Welttag der Poesie

Ich proklamiere für heute den WELTTAG DER LYRIK
anstatt des Welttags der Poesie. LYRIK kann viel besser
als Poesie den Leuten die Leviten lesen. Sie ist was anderes,
als was in ein Poesie-Album geschrieben wird.

Die reale Welt und die (bei den antiken Kelten geglaubte) Anderswelt lassen sich meiner Erfahrung nach mit Lyrik in Beziehung bringen und dadurch neue Welten erschaffen. Dies ist die Grundstimmung, aus der heraus meine Lyrik entsteht. Ich verstehe sogar Lyrik überhaupt so, dass sie nicht die reale Welt, auch nicht reale Gefühle, Stimmungen usw. einfach abbildet, ohne dass Beziehungen zu anderen Welten mitspielen. Damit hat Lyrik die Funktion, Alternativen aufzuweisen und (nach-)empfinden zu lassen und zu einer besseren Welt beizutragen. Und das hat die Welt zur Zeit wieder einmal besonders nötig.

Siehe: https://www.maierlyrik.de/blog/theorie-der-lyrik/

Jetzt und dann

Eintauchen ins Tal.
Blick in die Zukunft
auf dem windumtosten Schurwald.

Hier blüht er schon voll,
der Forsythien-Strauch.
Noch ein wenig Zeit
lässt er sich dort.

Die Wonne aber
genieß‘ ich schon jetzt.
Und morgen
regnet es sowieso.
Einerlei ist dann alles.

Zugegeben

Preisgegeben sind wir der Natur,
preisgegeben den unvorhergesehenen Stürmen,
preisgegeben den Erdbeben, den Vulkanausbrüchen,
preisgegeben den unbeherrschbaren Viren,
preisgegeben unseren Launen: uns.

Preisgegeben bin ich dir,
kann mir mein Leben ohne dich
nicht mehr vorstellen,
würde verkümmern, eingehen, absterben.
Den Preis gegeben dir möchte ich haben,
den höchsten Preis, dessen Vergabe
mir möglich ist:

Bist du mir preisgegeben,
meinen Launen, meiner Hilfe, meiner Liebe,
die Sicherheit, dass ich es nie
ausnützen werde, will ich dir geben.

Preisgegeben seien wir uns
oder geschenkt einander oder
zueinander gesellt durch ein Schicksal,
das wir nicht verstehen können,
noch wirklich kennen,
aber erleben können
in unseren Umarmungen,
unseren Küssen, unserer Liebe.
Einen Preis hat verdient
diese Liebe,
sie lässt uns leben.

Einen Preis hat verdient
dieses Leben,
Einen Preis hat verdient
die Natur,
die uns dieses Leben geschenkt.
Den Preis gegeben möchte ich haben ihr,
den höchsten, den wir zu vergeben haben:
das Versprechen, dass wir nie
es ausnützen wollen,
wenn durch unser Bewusstsein
preisgegeben ist uns die Natur,
die wir lieben, sind wir auch
preisgegeben ihr, uns,
preisgegeben einander,
um uns zu wahren.

Schmetterlingsflügel

Ich möchte mir die Anstrengung gönnen,
meine Flügel zu bewegen.
Sind sie nicht mindestens so wirksam
wie die Schmetterlingsflügel,
die einen Orkan zu entfesseln
in der Lage sind?
Chaos, ich leite dich.
Du aber lässt dir den Weg nicht vorschreiben,
nur dich bitten.
Und so bewege ich doch
möglichst die Flügel
immer aufs neue.

Erfundene Sage

Im Nebel des Bergischen Landes
ragen Höhen empor.
Klänge aus uralten Zeiten
dringen bis an mein Ohr.
Vom Rennenburgischen Bergsporn vielleicht
nahmen Kelten mit die Kunde
vom altehrwürdig ewigen Gral,
getragen von manchem Munde
in neues keltisches Land
im Westen und schlug dort
vielleicht Wurzeln am Rande
des Meeres, des mächt’gen,
in Mären, den nächt’gen,
und fand dann Gehör
in den Ohren der suchenden Menschen;
die fanden Gefallen wohl
an der Fama von der Heilkraft,
die böte der Gral
allemal.

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