Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Rätsel

„Man wirft den jungen Leuten den Gebrauch der Gewalt vor. Sind wir denn aber nicht in einem ewigen Gewaltzustand? Weil wir im Kerker geboren und großgezogen sind, merken wir nicht mehr, dass wir im Loch stecken mit angeschmiedeten Händen und Füßen und mit einem Knebel im Munde.“

Wer wissen will, von wem dieses Zitat stammt, kann das hier nachlesen: https://www.nachdenkseiten.de/?p=25509

Trauerfälle

Wie die Trauer bewältigen
oder die Ohnmacht
oder die geschwätzige Hilflosigkeit
oder die Beunruhigung,
den Zweifel an der Allmacht der Technik,
an der Sicherheit vor dem Unglück,
daran, wie man’s wohl recht macht:
wenig Nachrichten-Schwall,
viele Beruhigungsversuche
oder einfach verstummen?

Herzlosigkeit
verdrängt die Schreie
nach Veränderung,
nach dem Aufwachen
der Verantwortlichen,
nach Möglichkeiten
für mehr Sorgfalt,
weniger Sorglosigkeit,
weniger Unbedachtheit,
weniger blindes Vertrauen,
mehr Verantwortlichkeit,
mehr Erbarmen.

Oligarchen-Zeit – zum heutigen Tag der Poesie :D

Oligarchen,
die nicht schnarchen,
hellwach uns verschaukeln,
eine heile Welt uns vorgaukeln.
Sie sind ja so (neo-)liberal.
Es ist schon richtig eine Qual –
allemal.

Wie kann man sie stoppen?
Wir sollten sie foppen.
Unsre wahren Bedürfnisse kennen,
sie wieder und wieder beim Namen nennen,
beim Namen, den sie nicht verstehen,
bei dessen Klang sie aber vergehen,
weil er gar zu revolutionär ihnen klingt
und dem ein Überraschungs-Coup bei ihnen gelingt:
Freiheit, Freiheit, Freiheit
von unnöt’gem Konsumieren;
wir haben da nicht viel zu verlieren
außer den Ketten,
mit denen sie uns binden.
Echte Freiheit müssen wir finden,
wir bisher noch Blinden.

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