Die Verlässlichkeit der Natur,
die Glaubwürdigkeit der Politik:
Warum treiben sie so weit auseinander?
*ein Achtundzwanziger
Lyrisches von Helmut Maier
Die Verlässlichkeit der Natur,
die Glaubwürdigkeit der Politik:
Warum treiben sie so weit auseinander?
*ein Achtundzwanziger
Siehe vergangene Beiträge: https://www.maierlyrik.de/blog/index.php?s=Wiesenschaumkraut
Ach, wären wir vogelfrei,
frei wie die Vögel,
ungebunden und zwitschernd;
nicht in Paragraphen gezwängt,
die ungerechtfertigten,
mit ihren Fußfesseln gefangen,
in Käfige gesperrt,
ausgeliefert den Häschern
der Werbekampagnen,
eingeliefert in die Mauern
des öffentlich zugelassenen
Wohlverhaltens.
Aber sind wir nicht frei geboren,
sind frei, nicht in Ketten
der Sklaverei?
Leibeigene sind wir nicht,
Grenzen brauchen wir nicht
zu überwinden;
die Welt steht uns offen;
Freizügigkeit ist unser Recht.
Ja, wir sind frei,
vogelfrei sind wir,
preisgegeben sind wir
dem Nichtgehörtwerden,
der Bedeutungslosigkeit
in einer Welt, wo es keinen kümmert,
ob wir Frieden wollen,
Gewaltfreiheit, Nächstenliebe.
Die uns die vorwerfen,
sind Konkurrenten der Herrschenden,
die sie nur als solche bekämpfen,
nicht weil sie andere Werte
hochhalten und ehren.
Waffen und Geld
regieren die Welt.
Schnell abgeschossen
ist da ein Vögelchen,
das ja gar nichts bedeutet.
Vielleicht spricht uns die Natur – zum Beispiel jetzt in der Osterzeit in Form der Narzissen – deshalb so stark an, weil ihre so oft in Schönheit erscheinende Selbst-Identifikation so unhinterfragt daherkommt, während unser Narzissmus sich ständig mit dem Vorwurf auseinandersetzen muss, dass er krankhaft sei oder mindestens sein könne. Aber was wäre ein Künstler*innen-Dasein ohne eine eigene innerpsychische Instanz eines „gelingenden Narzissmus“?
(Siehe Wikipedia unter ‚Narzissmus‘: „Geglückter „Narzissmus wäre dadurch gekennzeichnet, dass sich das Subjekt durch [das] Bild [eines/r realen Anderen] als geliebtes Vorbild liebend ergreifen lässt“.Damit träte in Form narzisstischer Identifikation an die Stelle reiner Selbstbezogenheit die „Verinnerlichung einer (intersubjektiven) Beziehung“. In diesem Sinn leistet der Narzissmus nicht nur einen notwendigen Beitrag zur Ich-Bildung (Freud) überhaupt, sondern zur innerseelischen Strukturbildung des Selbst, indem es dieses als Instanz etabliert.)
Regenwetter beim Ostermarsch.
Seifenblasengestöber als Trotz.
Und der Magnolienbaum blüht auf dem Schlossplatz.
*ein Achtundzwanziger

Erbsenbrunnen*
Köstliche Geräuschkulisse
von vier Mineralwasserstrahlen.
Sie plätschern ins Becken des Erbsenbrunnens.
So manche der Passanten genießen
das schwefelfreie (hier: Lebens-) Wasser.
*ein Janka

Am Erbsenbrunnen in Bad Cannstatt – eine Skizze von Anton Bantock
Siehe auch: https://lucarinfo.com/anton/#.VRvtBIJ6j0k.facebook
Wieder aus Magdeburg zurück.
Den Gefahren des Sturms entronnen.
Ich bin zu neuerlichem Kontakt bereit.
*ein Achtundzwanziger
oder sollte es jedenfalls sein.-
Siehe: https://annalenaslesestuebchen.wordpress.com/2015/03/26/die-wurde-des-menschen-ist-unantastbar/
„Man wirft den jungen Leuten den Gebrauch der Gewalt vor. Sind wir denn aber nicht in einem ewigen Gewaltzustand? Weil wir im Kerker geboren und großgezogen sind, merken wir nicht mehr, dass wir im Loch stecken mit angeschmiedeten Händen und Füßen und mit einem Knebel im Munde.“
Wer wissen will, von wem dieses Zitat stammt, kann das hier nachlesen: https://www.nachdenkseiten.de/?p=25509
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