Lyrisches von Helmut Maier

Kategorie: Allgemein (Seite 37 von 97)

Aphorismus 6/15

Vaclav Havel soll gesagt haben: „Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas einen Sinn hat, egal wie es ausgeht.“

Ich würde das lieber so formulieren:

Hoffnung wird nicht von der Überzeugung getragen, dass etwas gut ausgeht, sondern von der Gewissheit, dass etwas einen Sinn hat, egal wie es ausgeht.

Noch einmal: Der Ipf

Aktiv gegen Stuttgart 21

Der Ipf: Hoch erhebt sich der Berg.
Tief hinein in Geschichte führt er.
Dorthin, wo griechische Importe galten

zur Keltenzeit. Zu den Keltoi
unterwegs waren die griechischen Händler.

Den Namen, den sie ihnen gaben,
nur kennen wir heute, sonst keinen.

Hoch erhebt sich der Berg. Und so
tief führen Brunnenschächte hinab,
überlebenswichtige einst in Gefahr.

Tiefer hinein in die Vorzeit
führt uns wohl der Anstieg zum Gipfel:
hinein in die frühe Zeit schon der Gleichheit?

Wohl die Lindenallee hinauf
zieht´s uns zur Urzeit unsrer Kultur:

An Wacholderhängen vorbei
zur Aura der früheren Äcker
und der Weiden erster sesshafter Menschen.

Oh, erste sesshafte Menschen
auch in unsrem Land. Welcher Anteil
der Donauzivilisation war ihrer?

Neuer Glanz eines Wortes

Laut ARD-Videotext von heute hat der französische Ministerpräsident Valls eine „territoriale, soziale und ethnische Apartheid“ in Frankreich konstatiert. Er sieht offenbar, dass der Kampf gegen Ungleichheit von zentraler Bedeutung sei.

So etwas hat man bisher von einem Regierungschef eines betroffenen Landes wohl noch nicht gehört.So eine Einsicht verdient Respekt!

Schluss mit Gedichten im Unterricht?

In Spiegel ONLINE vom Sonntag, 18.01.2015 ”“ 12:55 Uhr (https://www.spiegel.de/schulspiegel/pressekompass-zu-schulkritik-via-twitter-von-naina-a-1013571.html) wird auf die Frage eingegangen, ob es nicht besser sei, in der Schule Mietrecht und Versicherungskunde zu lernen – statt Geschichte und Lyrik. Die Schülerin Naina hatte via Twitter eine entsprechende Debatte losgetreten.

Ich fürchte, dass bei mehr Gewicht auf Steuer-, Miet- oder Versicherungsrecht im Unterricht genauso nur Faktenwissen eine Rolle spielen könnte wie bei dem jetzigen Schwerpunkt auf Geschichte und Literatur. Wirklich wichtig ist doch, dass Schülerinnen und Schüler lernen , dass Mieten, Steuern und Versicherungen keine ewig gültigen Regelungen darstellen, warum es sie so und nicht vielleicht besser anders gibt. Diese Fähigkeiten etwas zu beurteilen lassen sich vielleicht genauso gut mit Hilfe von Gedichten oder durch Beurteilung von geschichtlichen Situationen lernen. Die lassen das womöglich eher zu als „reale“ Gegenwartsgegebenheiten, welche eine normative Kraft des Faktischen entwickeln und sich als ewig gültig in die Gehirne einbrennen, obwohl sie vielleicht völlig ungerecht sein können.

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