Lyrisches von Helmut Maier

Kategorie: Allgemein (Seite 22 von 96)

Die Arbeit am Atomwaffenverbot geht weiter

Aus den Verhandlungen über den Vertrag zum Verbot der Atomwaffen derzeit in New York (aus https://www.icanw.de/news-aus-new-york/):

17.06.2017 02:13 Tims Zusammenfassung des 2. Tages

Am 2. Tag der Verhandlungen wurde die Diskussion über die Präambel fortgesetzt. Karina Lester, eine Aborigine aus Australien, las einen Auszug aus dem Statement der indigenen Gruppen und unterstrich die Aussagen vieler Staaten, dass die besondere Betroffenheit indigener Völker von den Folgen von Atomwaffen in der Präambel Erwähnung finden sollten. Einige Delegierte forderten eine stärkere Anerkennung der Menschenrechte in der Präambel. Anschließend nahm die Konferenz die Arbeit über den ersten Artikel des Vertrags auf, in dem es um die konkreten Verbote geht. Hierbei wünschten sich viele Staaten auch ein ausdrückliches Verbot militärischer Vorbereitungen für den Einsatz. Zudem gibt es starke Unterstützung für ein Verbot der Finanzierung von Atomwaffen. Die Debatte über Artikel 1 wird am Montag fortgesetzt. Zuvor finden am Samstag die große Demo „Women´s March to Ban the Bomb“ sowie hunderte Soli-Aktionen weitweit statt.

Linnet Ngayu vom African Council of Religious Leaders sprach für ICAN über die Inhalte der Präambel: Diese soll die besondere und steigende Gefahr von Atomwaffen für die Existenz der Menschheit und unseren Planeten klar herausstellen. Diese Bedrohung bleibe solange bestehen, bis alle Arsenale vernichtet seien. ICAN fordert die Konferenz auf, ausdrücklich festzuhalten, dass die internationale Gemeinschaft im Falle einer Atomwaffendetonation nicht in der Lage ist, angemessen humanitäre Hilfe zu leisten ”“ eine Hauptschlussfolgerung der drei Konferenzen zu den humanitären Folgen von Atomwaffen. Ebenfalls soll in der Präambel eine angemessene Hilfe für die Opfer von Atomwaffeneinsätzen und -tests verankert sein. Auch die Beseitigung von Umweltschäden aufgrund von Atomtests, Atomwaffeneinsätzen oder als Folge der Produktion von Atomwaffen soll bereits in der Präambel thematisiert werden. Darüber hinaus sollen die enorme finanziellen Ressourcen, die für die Herstellung und Modernisierung von Atomwaffensystemen nötig sind, herausgestellt werden. Diese müssten in einer Welt, in der die Grundbedürfnisse vieler Menschen nicht befriedigt werden, der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung zu Gute kommen.

Andere internationale Normen, die unterschiedslos wirkende Waffen ächten, namentlich die Verbote biologischer und chemischer Waffen sowie von Anti-Personen-Minen und Streumunition, sollten in der Präambel gewürdigt und gestärkt werden.

ICAN wünscht sich insbesondere, dass die Präambel die kollektive und uneingeschränkte Ablehnung von Atomwaffeneinsätzen und des bloßen Besitzes deutlich zum Ausdruck bringt.

„Diese schrecklichen Waffen dienen keinem legitimen Zweck angesichts ihres willkürlichen Charakters, der ihnen innewohnenden Sittenwidrigkeit und ihres Potentials, die Menschheit auszulöschen,“ sagte Linnet Ngayu für ICAN.

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Atomwaffenverbot kommt

Aus den Verhandlungen über den Vertrag zum Verbot der Atomwaffen derzeit in New York:

Viele Staaten wollen, dass im Text das Konzept der nuklearen Abschreckung abgelehnt wird.

Im Entwurf der Präambel des Vertrags wird betont, dass es die Grundsätze der Menschheit weiterbringt, wie wir mit dem Aufruf einer totalen Eliminierung der Atomwaffen vorankommen. Irland schlägt einen zusätzlichen Absatz vor, der die Wichtigkeit der Aufklärung über Abrüstung, einschließlich Aufklärung über die Risiken und Folgen des Atomwaffeneinsatzes zum Inhalt hat.

MEHR siehe hier: https://www.icanw.de/news-aus-new-york/

Atomwaffenverbot

Am heutigen Donnerstag beginnt in New York die zweite Verhandlungsrunde über ein internationales Atomwaffenverbot. Mehr als 130 Staaten diskutieren auf UN-Ebene über ein Abkommen, das die Massenvernichtungswaffen ächten soll. Laut einem ersten offiziellen Entwurf würden sich die Unterzeichnerstaaten verpflichten, unter keinen Umständen Atomwaffen zu entwickeln, herzustellen, anderweitig zu beschaffen, zu besitzen oder zu lagern. Die Konferenz wird bis zum 7. Juli 2017 dauern. Dann könnte ein Vertrag stehen, der dann als gültiges Verbot von Atomwaffen im Völkerrecht gilt.

Deutschland – wie die meisten Nato-Länder und die Atomwaffen besitzenden Staaten – nimmt leider an diesen Verhandlungen nicht teil. Der ‚Freitag‘ schreibt dazu: „Deutschland kuscht“ – nämlich vor den USA (und das nicht erst seit Trump).

Hier kann der Verlauf nachverfolgt werden: https://www.icanw.de/news-aus-new-york/

Heute ist der Geburtstag von Sophie Scholl

Der Geburtstag von Sophie Scholl heute sollte uns ein Hoffnungszeichen dafür sein, dass nicht das Immer-mehr an Bedeutung nationalen oder kapitalistischen Machtstrebens die Oberhand gewinnen darf – und wird, sondern ein gerechtes System von Geben und Nehmen seinen Platz findet.

Der Frühling zeigt es uns doch eigentlich: So wunderbar ist das Wachsen und Gedeihen, das nicht auf Unendlichkeit angelegt ist, sondern auf einem wundersamen Kreislauf beruht, der Glück bringt, aber nicht die Überwucherung von allem.

Sophie Scholl hat ihr Leben allerdings viel zu früh aufgeben müssen. Sie wäre heute 96 Jahre alt geworden. Das läge ja immer noch im Bereich des Möglichen.

Lasst mich dem ein paar Zeilen anfügen:

Die Weiße Rose trägt die Hoffnung in die Welt:
Nicht Volk und Rasse macht den Wert,
nicht Eitelkeit und Dünkel, nicht das große Geld.
Das Wachsen und Gedeihen im rechten Maße sei geehrt!

Die angemessene Temperatur – ein philosophischer Mini-Essay

Außer bei der Bezeichnung für das Fieber braucht der Begriff „Temperatur“ eine nähere Bestimmung – zum Beispiel durch ein Adjektiv ”“ um zu verdeutlichen, ob er für Kälte oder für Wärme steht: etwa „eisige Temperatur“ oder „sommerliche Temperatur“.

Schon Wärme und Kälte sind sehr abstrakte Begriffe. Was die eine als warm empfindet, kann für den anderen schon als kalt gelten. Allerdings geben sie als Polarisierungen schon deutliche Klarheit über den Charakter des Zustands, um den es sich handelt.

Temperatur dagegen – wie gesagt: außer bei der Bezeichnung fürs Fieber – ist so abstrakt, dass weder kalt noch warm als eindeutig gemeint damit bezeichnet werden kann. Das lässt einen ungeahnten Verzicht auf eine Festlegung zu. Der Begriff ist so neutral, dass ein tosendes Feuer und eine tödliche Erstarrung in eisiger Kälte beide darunter gefasst werden können.

Ist Temperatur nicht ein großartiges Beispiel dafür, wie weit die Wissenschaft davon entfernt ist, Polarisierungen zu fassen? Beziehungsweise lässt sie uns erahnen, wie unwissenschaftlich Polarisierungen sind. Die Frage, wie wir in unserem Denken der Wahrheit näher kommen können, ist neu gestellt: Ist gut und böse überhaupt noch eine Kategorie oder ist das Festhalten an einer derartigen Polarisierung nicht ein unwissenschaftliches, also letztlich nicht mehr vertretbares, in mythologischen Vorstellungen behaftetes Vorurteil?

Kann dagegen Wissenschaftlichkeit nicht uralte Überzeugungen, die unseren aktuellen Werten zugrunde liegen, nicht vorschnell auf den Kehrichthaufen der Geschichte werfen?

„Ich habe Temperatur.“ Diese Feststellung, rechtzeitig gemacht, bevor das Fieber weiter ansteigt und solange noch etwas dagegen unternommen werden kann, mag lebenrettend sein. Allerdings verzichten wir dabei auf das Abstraktum einer Temperatur, die nur in Wärmegraden noch einigermaßen gefasst werden kann.

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