Lyrisches von Helmut Maier

Kategorie: Allgemein (Seite 16 von 96)

Amos Oz ist tot

Gestern starb Amos Oz, ein wichtiger Mahner für den Frieden zwischen Israelis und Palästinenser*innen. Er wurde 1939 in Jerusalem geboren. Weltweit wurde er als Schriftsteller geschätzt. Er war der meist übersetzte israelische Schriftsteller und Journalist. Spätestens nach dem Sechstagekrieg 1967 setzte er sich entschieden für eine Zweistaatenregelung als machbare Möglichkeit zum Frieden mit den Palästinenser*innen und dann als Mitbegründer der Friedensbewegung „Peace now“ für eine generelle gerechte Friedensregelung auch mit den arabischen Nachbarn Israels ein. Es wird interessant sein, wie Oz in Israel gewürdigt werden wird: auch als Verfechter eines gerechten Friedens im Nahen Osten oder ausschließlich als international geachteter israelischer Schriftsteller und Essayist.

Meiner Heimat verbunden war Amos Oz übrigens als Inhaber 2002 der Tübinger Poetik-Dozentur.

Rückblick und Ausblick – und was wohl dazwischen?

Treppauf, treppab im Reihenhaus.
Verknüpfungen sind nicht rationalisierungsgeeignet.
Rückblicke und Ausblicke
dürfen sich nicht stören,
obwohl sie nicht kompatibel sind.

Muskeln sind angestrengt.
Auch wenig Bewegung schon
kann schmerzhaft sein.
Langstreckenlauf ist selten noch möglich,
aber immer mehr angesagt,
soll das Wesentliche nicht gar
im Strudel der Ereignisse
untergehen.

Auf welchem Boden stehen wir,
auf welcher Ebene?
Sind Ausblicke nicht versperrt
durch Vorhänge jeglicher Art?

Frieden ist nötig
unter den Religionen,
unter den Bürgerinnen und Bürgern,
unter den Menschen,
unter den Völkern,
unter den Anschauungen,
unter den Lebeberechtigten allen.

Hoffnung und Mut
müssen sich vereinen
gegen die aussichtslose Verzweiflung,
auch wenn die Flut der Meldungen
sie wegzuschwemmen droht.
Ohne sie würde es bald schon noch schlimmer.
Und Zukunft, wie wir sie wollen,
würde völlig unmöglich.

Wollen wir denn
verzichten auf sie?

Schreiben nach Gehör?

Auf Facebook habe ich an einer Diskussion über die Rechtschreibdidaktik teilgenommen. Dort wurde die Methode des Fibel-Unterrichts mit dem Kennenlernen des Lesens und der schriftlichen Ausdrucksmöglichkeit Wort für Wort befürwortet. Ich hielt dem u.a. Folgendes entgegen:

Das Schreiben nach Gehör im frühen Unterricht setzt unglaubliche Energien frei. Die Kinder müssen nicht warten, bis sie endlich a l l e Regeln kennen, um e i g e n e Texte schreiben zu können. Dass das Erlernen von Regeln bis nach der Grundschule warten soll, erschließt sich mir nicht. Ich halte es für sehr wichtig, dass Kinder die Polarität von Freiheit (die ihnen durch das Schreiben nach Gehör bietet) und das Eingebundensein in Regeln (die sie natürlich auch lernen müssen) möglichst ohne zu große Konflikte erleben, akzeptieren und schätzen können. Das macht sie statt zu Untertanen zu mündigen Mitmenschen. Und das sollte heutzutage Ziel der Pädagogik sein, nicht dass Kinder möglichst angepasst sind.

Cohen am Schwarzen Donnerstag in Stuttgart

Das ist eine Erinnerung wert: „Im Jahr 2010 besuchte Leonard Cohen Stuttgart ”¦ schockiert von der massiven Polizeigewalt des 30.09.2010 richtete er an die Stuttgarter*innen am 01.10.2010 in der Schleyerhalle sogar eine solidarische Bortschaft und ein Lied „It´s an honour to be gathered here with you in times when the whole has plunged in darkness and chaos. I stood on the street in solidarity when your trees were cut down! So ring the bells, that still can ring forget your perfect offering there is a crack in everything that´s how the light gets in”¦““

Siehe https://schaeferweltweit.de/tag/baumpaten-schlossgarten/

Hier kann der Liedtext mitgelesen werden:

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